Sehenswürdigkeiten in Wolfsburg

Planetarium Wolfsburg

Das Planetarium Wolfsburg ist das größte in Niedersachsen. Es beeindruckt mit moderner Projektions- und Audiotechnik und einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm.

Das Planetarium Wolfsburg öffnete am 1. Dezember 1983 seine Pforten. Ursprünglich gehörte es der Volkswagen AG. Die hatte den ersten Planetariumsprojektor und den Rohbau des Gebäudes 1977 als Zugabe für ein Geschäft mit der damaligen DDR über 10.000 VW Golf erhalten. Der Projektor stammte von Carl Zeiss in Jena. Schon ein Jahr später schenke Volkswagen das Planetarium der Stadt Wolfsburg anlässlich ihres vierzigjährigen Jubiläums.

1996 ersetzte die Stadt den ersten Projektor und schaffte den Starmaster von Carl Zeiss Jena an, der 2010 mit modernster Fulldome-Projektion und 3D-Audio-Technik nachgerüstet wurde. Damit lassen sich der Anblick  von Sonne, Planeten, Monden und Sternen naturgetreu darstellen. Glasfaserleitungen sorgen für über 9000 brillant funkelnde Sterne. Der Starmaster gewährt zusammen mit 50 Dia- und 2 Videoprojektoren atemberaubende Einblicke in kosmische Abläufe die Planeten in sekundenschnelle durch Jahrtausende reisen lassen.

Das Programm-Spektrum reicht noch weit über den Kosmos hinaus und führt das Publikum – etwa mit musikalischen Live-Vorführungen im Kuppelraum – in immer neue Wissens-, Bildungs- und Erlebniswelten.

 

Wolfsburg Hauptbahnhof

Anfangs nur eine Holzbaracke ist der Wolfsburger Bahnhof heute ein schickes Denkmal der 1950er Jahre.

Der Grundstein des Wolfsburger Hauptbahnhofs wurde erst 1956 gelegt. 1957 weihte der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm den neuen Wolfsburger Bahnhof ein. Der Bau des neuen Wolfsburger Bahnhofs hatte sich durch unterschiedliche Vorstellungen auf Seiten des Volkswagenwerks, der Bundesbahn und der Stadt Wolfsburg zum Standort des Neubaus erheblich verzögert.

Bis zu diesem Zeitpunkt diente eine einfache Holzbaracke als Bahnhof, die schon 1928 als Haltepunkt Rothenfelde-Wolfsburg errichtet wurde, ganz in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofs. Die Ansiedlung Rothenfelde entstand in den Jahren 1813–35. Der Schlossherr der benachbarten Wolfsburg, Graf Werner von der Schulenburg-Wolfsburg, ließ sie als Quartier für Landarbeiter seines Rittergutes errichten. Rothenfelde bestand aus zwölf Wohnhäusern in einer Straßenzeile, die an das Dorf Heßlingen angrenzte.

Seit 1998 halten auch ICE-Züge in Wolfsburg. 2004 wurde der Bahnhof für knapp zwei Millionen Euro saniert und erhielt einen von dem französischen Künstler Daniel Buren gestalteten Fußboden. Im Frühjahr 2011 wurde der Bahnhofstunnel bis zur Uferpromenade des Mittellandkanals verlängert.

Heute steht der gesamte Bahnhof unter Denkmalschutz, weil sowohl die pilzförmigen Bahnsteigdächer, als auch das mit viel Glas transparent gehaltene Bahnhofsgebäude mit seinen Schmetterlingsdächern, den Baustil der 50er-Jahre verkörpern.

Seit seinem 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 heißt der Wolfsburger Bahnhof offiziell „Wolfsburg Hauptbahnhof“.

 

phaeno

Das Wolfsburger Science Center „phaeno“ lockt mit naturwissenschaftlichen und technischen Entdeckungen und einer phänomenalen Architektur.

Die renommierte Londoner Tagezeitung „The Guardian“ erkor das Phaeno zu einem der zwölf bedeutendsten Bauwerke der Welt. Es wurde von der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid im Jahre 2000 entworfen und verhalf ihr nicht nur zum internationalen Durchbruch, sondern vier Jahre später auch zu einer Auszeichnung mit dem Pritzker-Preis, der als Nobelpreis der Architektur gilt.

Wie ein Raumschiff, das auf einer Anhöhe nördlich des Bahnhofs am Mittellandkanal gelandet ist, steht es auf seinen zehn kegelförmigen Füßen. So wirkt der Bau leicht und durchlässig und gibt den Blick zwischen dem Volkswagenwerk nördlich des Kanals und dem Stadtzentrum im Süden frei. Der Betonbau, für den erstmals selbstverdichtender Spezialbeton zum Einsatz kam, hat sowohl außen als auch im Innern kaum einen rechten Winkel.

Die zehn mächtigen Füße, auf denen das Phaeno ruht, heißen Cones, zu deutsch Kegel. Die Cones sind unterschiedlich groß und enthalten die Eingänge, den Shop, eine Gastronomie, das Wissenschaftstheater, das Ideenforum und die Werkstätten. Im Innern darüber bietet das Science Center auf über 9000 Quadratmetern mehr als 350 naturwissenschaftliche und technische Experimentierstationen zum Ausprobieren und Staunen.

 

Kunstmuseum Wolfsburg

Das Kunstmuseum Wolfsburg sammelt moderne und zeitgenössische Kunst und wird von der privaten Holler-Stiftung getragen.

Das Kunstmuseum wurde am 28. Mai 1994 mit einer Ausstellung der Werke von Fernand Léger eröffnet. Seitdem sammelt das Museum internationale zeitgenössische Kunst und hat mittlerweile rund 140 Ausstellungen präsentiert. Inzwischen sind es rund 400 Werke und Werkgruppen, angefangen von Malerei, über Skulpturen, Fotografie und Video bis hin zu Mode und Design. Der Fokus liegt auf dem  Aufbau einer profilierten Sammlung, auf Positionen und Werke, die stellvertretend für wichtige Aspekte der Gegenwartskunst stehen. Fotografie, Film und Video kommen als zentrale Medien der Gegenwartskultur eine besondere Bedeutung zu.

Das Museumsgebäude wurde von dem Hamburger Architekturbüro Peter Schweger und Partner als transparente Stadtloggia mit einem weit überspannenden Glasdach geplant, das den Stadteingang im Süden Richtung Hollerplatz markiert. Dort bildet das Kunstmuseum zusammen mit dem Theater, dem CongressPark, dem Planetarium und dem Kulturzentrum eine bedeutende Kulturmeile in Wolfsburg und weit darüber hinaus. 
Zentrum des Museums ist die 16 Meter hohe Ausstellungshalle. Mit ihrem quadratischen Grundriss und einer Seitenlänge von 40 Metern lässt sich der Raum individuell an die jeweilige Ausstellung anpassen. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt 3.500 Quadratmeter.

 

Rathaus Wolfsburg

Das Wolfsburger Rathaus wurde erst 1958 eingeweiht. Ein Glockenspiel an der Fassade spielt täglich verschiedene Melodien.

Bis in die fünfziger Jahre hinein waren der Stadtrat und die Stadtverwaltung in Wolfsburg nur provisorisch untergebracht. Zuerst im Amtsgericht Fallersleben, anschließend in der Nordsteimker Straße, wo auch ein Sitzungssaal gebaut wurde, im Schachtweg und in der Kleiststraße.

Doch nun sollte endlich ein Rathaus her, in dem der Stadtrat und die meisten Behörden Platz haben würden. 1954 erhielt der Entwurf des Wolfsburger Architekten Titus Taeschner den Zuschlag. Das neue Rathaus sollte sich optisch deutlich von den Gebäuden des Volkswagenwerks unterscheiden. Daher setzte Taeschner auf Travertin für die Fassade und deckte die Dächer mit Kupfer.

Künstlerische Elemente des Rathauses sind die bronzene Eingangstür, in die eine Chronik der Stadt gegossen ist und die einen Türgriff in Form eines Wolfes hat, das Stadtplanmotiv in den Fliesen des Fußboden der Bürgerhalle und ganz besonders das von dem Künstler Erich Fritz Reuter gestaltete Glockenspiel mit 24 Bronzeglocken an der Fassade des Bürogebäudes. 1956 fand ein Preisausschreiben statt, durch das passende Volkslieder für das Glockenspiel gefunden werden sollten. Im März 1958 wurde das Rathaus nach zweieinhalbjähriger Bauzeit eingeweiht.

1994 erhielt das Rathaus Richtung Süden einen Erweiterungsbau. Der fünfgeschossige Stahlbetonskelettbau wurde wie das benachbarte Kunstmuseum vom Hamburger Architekturbüro Peter Schweger und Partner geplant und zeitgleich errichtet.

 

Autostadt

Die Autostadt ist einer der größten deutschen Freizeitparks, ein Museum für Automobilgeschichte und ein Auslieferungszentrum für Neuwagen.

Schon von weitem sind die beiden 48 Meter hohen Autotürme der Autostadt sichtbar. In jeden passen 400 Neuwagen, die darauf warten, von ihren neuen Besitzern abgeholt zu werden. Wie bei einem modernen Hochregallager werden die Autos völlig automatisch in die Türme hinein und wieder heraus transportiert.

Im Zeithaus können Besucher über 130 Jahre Automobilgeschichte erleben. Angefangen mit einem Nachbau des „Benz Patent-Motorwagen Nummer 1“ von 1886 über weitere 260  Fahrzeuge von über 60 verschiedenen Marken.

Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche, Seat, Škoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge des Volkswagenkonzerns präsentieren sich mit eigenen Pavillons in der Autostadt.

Das KonzernForum ist der Ausgangspunkt für einen Besuch in der Autostadt. Hier wird das Thema Mobilität und Nachhaltigkeit erlebbar gemacht.

Das Hotel The Ritz-Carlton Wolfsburg bietet exklusive Übernachtungen auf dem Gelände der Autostadt.

Am 31. Mai 2000 haben Bundeskanzler Gerhard Schröder, der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel und der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch, die Autostadt eröffnet. Für Besucher öffneten sich die Tore erst einen Tag später, am 1. Juni 2000 und damit zeitgleich mit der Expo 2000 in Hannover, da die Autostadt ein dezentrales Expoprojekt darstellte. Auf dem 25 Hektar großen Gelände investierte Volkswagen etwa 430 Millionen Euro. Rund zwei Millionen Besucher jährlich machen die Autostadt zu einem der größten Erlebnisparks Deutschlands.

 

Schloss Wolfsburg

Das Schloss Wolfsburg wurde erstmals 1302 urkundlich erwähnt und ursprünglich als Burg gebaut. Es ist der Namensgeber der Stadt Wolfsburg.

Die Brüder Burchard, Günzel, Günther und Werner von Bartensleben begannen um 1300 mit dem Bau einer Wasserburg direkt an der Aller, der Wolfsburg. Der Name Wolfsburg hat seinen Ursprung in dem Wappenbild des Adelsgeschlechts derer von Bartensleben, auf dem ein Wolf dargestellt ist.

Vermutlich bestand die Burg anfangs nur aus dem Turm im Nordwesten, dem Bergfried, dessen Mauern bis zu drei Metern dick sind, und wurde nach und nach erweitert. Hans von Bartensleben, auch Hans der Reiche genannt, begann 1574 die Wolfsburg zu einem prächtigen Schloss der Weser-Renaissance umzubauen. Er ließ das so genannte Rote Haus abtragen und an der Stelle den heutigen Nordflügel mit dem Eingangstor errichten. Nach seinem Tod vermachte Hans von Bartensleben einen Großteil seines Vermögens einer Stiftung zu Gunsten der Armen. Seine Vettern setzten den Umbau der Wolfsburg zu einem Schloss fort und bauten erst den repräsentativen Ostflügel, anschließend den Südflügel als Ritterhaus und Palas – ein repräsentativer Saalbau. Um 1620 war der Umbau beendet und das Schloss hatte seine heutige Form als Vierflügelanlage mit geschlossenem Innenhof.

Der letzte männliche Vertreter der Bartenslebischen Linie, Schatzrat Gebhard Werner von Bartensleben, starb am 6. Januar 1742 und hinterließ Schloss und Güter seiner Tochter Anna Adelheit Catharina als Alleinerbin. Durch ihre Ehe mit dem preußischen Generalleutnant Adolph Friedrich von der Schulenburg-Beetzendorf gingen der Bartenslebische Besitz und die Wolfsburg 1746/47 an die Adelsfamilie von der Schulenburg über. 1938 verkaufte Günther Graf von der Schulenburg-Wolfsburg einen Großteil der Ländereien an die Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH (GeZuVor) zum Bau des Volkswagenwerks und zog 1942 in das Schloss Neumühle.

1962 kaufte die Stadt Wolfsburg das Schloss Wolfsburg, ließ es sanieren und nutzt es seither für kulturelle Veranstaltungen. Heute beherbergt das Schloss die städtische Galerie, das Stadtmuseum und den Kunstverein und ist somit ein wichtiger Bestandteil der Wolfsburger Kulturlandschaft.

 

Allersee

Der Allersee ist ein künstlicher See und Teil des Allerparks, einem Erholungs- und Freizeitgelände mit vielfältigen Spiel-, Sport-, und Bademöglichkeiten.

Nach rund zehnjähriger Planung starteten Jahr 1969 die Bauarbeiten für den Allerpark. Dafür wurde die Aller weiter nach Norden verlegt und anschließend der Allersee ausgebaggert. Mit dem ausgehobenen Erdreich wurde die umgebene Feuchtlandschaft zu einem Park umgestaltet. Am 3. September 1970 wurde der Allersee eingeweiht.

Im Jahr 1987 wurde der See noch einmal vertieft – auf eine durchschnittlich drei Meter Wassertiefe. Mit einer Länge von 1230 Metern und einer Breite von 270 Metern hat der Allersee eine Fläche von 29 Hektar und ein Fassungsvermögen von rund einer Millionen Kubikmeter. Die Wasserqualität ist gut und von Mai bis Oktober überwacht die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) an Wochenenden den rund einen Kilometer langen Sandstrand am Nordufer.

Der Allersee war der erste deutsche See, der bei einer Gefahrenanalyse der DLRG und der „International Saving Federation of Europe“ als besonders sicherer Badesee ausgezeichnet wurde.

Am Südufer haben der Wolfsburger Ruder-Club, der Wolfsburger Kanu-Club, der Wolfsburger Yacht Club Allertal und der Sportfischerverein Wolfsburg ihre Bootshäuser und Vereinsheime.

Der benachbarte Campingplatz bietet gut einhundert Plätze.

 

Scharoun Theater Wolfsburg

Das Scharoun Theater Wolfsburg ist ein architektonisches Highlight und gehört zu den größten deutschen Bespieltheatern. 

Schon seit 1954 gab es Pläne für einen Theaterneubau in Wolfsburg. Denn bis dahin fanden Theateraufführungen in verschiedenen Provisorien statt. Das sollte auch noch eine Weile so bleiben, denn erst am 8. September 1969 machte Oberbürgermeister Hugo Bork den ersten Spatenstich für das neue Theater. Und bis zur Eröffnung am 5. Oktober 1973 vergingen weitere vier Jahre.

Aus der öffentlichen Ausschreibung 1965 ging Hans Scharoun mit seinem Entwurf im Stile der organischen Architektur, die sich harmonisch in die Landschaft einpasst, als Sieger hervor. Scharoun war zuvor durch den Bau der Berliner Philharmonie zu Bekanntheit gelangt. 

Am 8. September 1969 machte Oberbürgermeister Hugo Bork der ersten Spatenstich. Doch schon im Frühjahr 1970 geriet der Bau ins Stocken, weil die Finanzierung nicht ausreichte. Der Entwurf erwies sich als zu aufwändig und musste in zahlreichen Diskussionen mit dem alternden Architekten Hans Scharoun geändert werden. Dabei wurden das Theatercafé und die Freilichtbühne aus dem Entwurf gestrichen. Scharoun starb 1972 und erlebte die Eröffnung im nächsten Jahr nicht mehr. 2015 wurde das inzwischen denkmalgeschützte Theater vollständig renoviert.

Das Scharoun Theater bietet rund 800 Plätze und hat kein eigenes Ensemble. Im Jahr finden rund 140 Vorstellungen aus Oper, Operette, Schauspiel, Ballett, und Musical statt, außerdem Konzerte und das Kindertheater.

 

Rothenfelde

Als Quartier für Landarbeiter gebaut, war Rothenfelde kurze Zeit Bergbauort und liegt heute mitten in Wolfsburg

1813 ließ Graf Werner von der Schulenburg-Wolfsburg die ersten Wohnhäuser in Rothenfelde für die Landarbeiter seines Ritterguts bauen. Er selbst lebte im nahe gelegenen Schloss Wolfsburg. Bis 1835 entstanden zwölf Wohnhäuser in der Kolonie Rothenfelde, die an das Dorf Heßlingen angrenzte. Die Landarbeiterhäuser sind heute zum Teil noch erhalten und liegen am Rothenfelder Markt.

1902 ließ Graf Werner-Karl-Hermann von der Schulenburg-Wolfsburg Probebohrungen in der Gemeinde Rothenfelde durchführen. 1911 schloss er mit der Wintershall AG einen Vertrag zum Abbau von Kalisalz, die noch im gleichen Jahr mit dem Bau der Schachtanlage Gewerkschaft Rothenfelde begann. Zwei Jahre später nahm das Bergwerk seinen Betrieb auf und beschäftigte bald bis zu 300 Bergarbeiter, die sowohl Kalisalz als auch Speisesalz förderten. Um 1925 wurde das Bergwerk schon wieder geschlossen. Der Abbau lohnte sich nicht mehr. Der Förderturm und die Werksgebäude wurden abgerissen und der Schacht verfüllt. Heute erinnert nur noch der Schachtweg am „Hallenbad – Kultur am Schachtweg“ an das frühere Bergwerk.

1928 bekam Rothenfelde den Eisenbahnhaltepunkt „Rothenfelde-Wolfsburg“, der Wolfsburg bis 1957 als Bahnhof diente. 1938 ging die Gemeinde Rothefhof-Rothenfelde in der neugegründeten Stadt des KdF-Wagens, dem heutigen Wolfsburg, auf.

 

designer outlets Wolfsburg

In den Designer Outlets Wolfsburg bieten knapp 120 Geschäfte Markenartikel zu reduzierten Preisen an.

Im Jahr 2007 eröffneten die Designer Outlets am Mittellandkanal in bester Lage und direkter Nachbarschaft zum Phaeno und der Autostadt. Damals war es das erste innerstädtische Designer Outlet Center in Deutschland. Betreiber ist die Outlet Centres International in London. Architekt Gerd Graf hat Teile des Gebäude-Ensembles so entworfen, dass sie an Schiffe erinnern, die parallel zum Mittellandkanal im Wasser zu treiben scheinen. Die Gliederung der einzelnen Gebäude gibt dem Besucher das Gefühl von einer Stadt in der Stadt. In den Jahren 2013 und 2018 kamen je ein weiteres schiffsähnliche Gebäude hinzu.

Die knapp 120 Geschäfte bieten Markenartikel ganzjährig zu reduzierten Preisen an. Die Ware stammt aus der Vorsaison, aus Musterkollektionen, Produktionsüberschüssen oder hat leichte Mängel (1b-Ware).

Bis 2006 befand sich auf dem Gelände der Betriebshof der Wolfsburger Verkehrs GmbH. 

 

St. Annen-Kirche

Die Sankt Annen-Kirche ist die älteste Kirche der Stadt. Sie wurde um 1250 als Wehrkirche in dem Dorf Heßlingen gebaut.

Inzwischen ist Heßlingen ein Stadtteil von Wolfsburg und von dem ehemaligen Dorf ist bis auf die Kirche und ein paar Fachwerkhäusern kaum etwas übrig geblieben. Schon 871 wurde das Heßlingen zum ersten Mal urkundlich erwähnt und 1938 mit der Gründung von Wolfsburg eingemeindet.

Die St. Annen-Kirche ist aus unbehauenen Velpker Sandsteinen gemauert und steht auf den Grundmauern einer noch älteren Kirche, die schon im 12. Jahrhundert erbaut wurde. 1302 wurde die Kirche zum ersten Mal in einer Urkunde derer von Bartensleben erwähnt. Das Adelsgeschlecht mit Sitz auf dem Schloss Wolfsburg hatte nämlich das Patronat über die St. Annen-Kirche inne. Mit seinen bis zu 1,5 Meter starken Mauern und den schmalen Fensteröffnungen hat der Kirchturm früher wohl als Wehrkirche gedient. Erst 1868 wurde das massive Turmmauerwerk zum Kircheninneren hin geöffnet.

Besonders markant ist die Staffelung von Turm-, Langhaus-, Chor- und Apsisdach, wobei die Ausrichtung des Turmdachs quer zu den anderen verläuft. Das Turmuntergeschoss wurde zur Taufkapelle umgestaltet. In dem Dachboden des Wehrturms liegt die Glockenstube mit zwei Glocken: eine große aus dem Jahre 1423 und eine kleinere, die um 1250 gegossen wurde und damit eine der ältesten und wertvollsten Glocken in Niedersachsen ist.

 

Notkirche

Die ehemalige Gastwirtschaft „Zum Brandenburger Adler“ diente elf Jahre lang als Notkirche der katholischen Gemeinde.

Im März 1940 schickte der Hildesheimer Bischof den gerade mal 31-jährigen Priester Antonius Holling nach Wolfsburg, damals noch die „Stadt des KdF-Wagens“.

Etwa zur gleichen Zeit gab Adolf Hitler die Anweisung, dass Wolfsburg keine Kirchen haben dürfe. Die bereits für Kirchen vorgesehenen Bauplätze an der Heinrich-Heine-Straße und der Friedrich-Ebert-Straße wurden daraufhin anderweitig vergeben.

Unter Schwierigkeiten kann der junge Geistliche den Saal der alten Heßlinger Gastwirtschaft „Zum Brandenburger Aldler“ für kirchliche Zwecke der katholischen Gemeinde gewinnen. Im Laufe der folgenden Jahre wurde dieser Saal zu einer Notkirche ausgebaut, neben der 1946 auch ein Glockenturm errichtet wurde. Die Gemeinde feierte dort neben den Gottesdiensten, 1702 Taufen, 937 Erstkommunionen, 824 Firmungen, 908 Eheschließungen und hielt 494 Sterbemessen ab. Außerdem fand der Religionsunterricht dort statt.

Mit der Weihung der St. Christophorus-Kirche 1951 hatte die kleine Notkirche ausgedient und wurde im August 1963 abgerissen. Heute erinnert an der Stelle eine Stele an die Dienste, die die Notkirche in dem Gasthaus geleistet hat.

 

Wolfsburger Nordkopf Tower

Der Wolfsburger Nordkopf Tower (WNT) ist ein markantes Gebäude am Wolfsburger Nordkopf und Sitz der Stadtwerke Wolfsburg.

Der Wolfsburger Nordkopf ist der Stadtbereich zwischen der Stadtmitte und dem Mittellandkanal. Im Nordkopf liegen unter anderem der Hauptbahnhof, das Phaeno und ZOB.

Der Wolfsburger Nordkopf Tower ist die Zentrale der Stadtwerke Wolfsburg und der LSW. Das zehnstöckige Gebäude ist 36 Meter hoch und wurde im November 2017 eröffnet. Die Telekommunikationstochter der Stadtwerke, die Wobcom, betriebt im WNT ein hochmodernes Rechenzentrum, das Wolfsburg zu einer der ersten Gigabit-Städte Deutschlands machen soll. Entworfen wurde der Tower vom Architekturbüro Schulz und Schulz in Leipzig, das den knapp 30 Millionen Euro teuren Bau so beschreibt:

„Die viergeschossige Basis nimmt die Höhen des Blockrands auf und überführt sie in einen 36 Meter hohen, über die Ecke des Blocks auskragenden Turm, der als Hochpunkt den nördlichen Abschluss der Innenstadt markiert. Er leitet entlang des Mittelandkanals in die „Autostadt“ und das Volkswagenwerk über. Die Idee eines selbstbewussten Stadtbausteins wird durch die Prägnanz der strahlenden Metallfassade aus eloxierten Aluminiumblechschindeln verstärkt.“

 

VfL-Stadion

Das VfL-Stadion am Elsterweg war das erste Stadion in Wolfsburg. Inzwischen hat es ausgedient. Der VfL würde es gerne in einen modernen Sportpark umbauen.

Schon 1940 gab es einen Sportplatz an der Stelle, wo bald das Stadion gebaut werden sollte. Der Sportplatz lag zwischen dem damals einzigen Gymnasium in Wolfsburg und einer Fläche Weideland, die bis zum Kriegsende der Deutschen Arbeitsfront gehörte. Hier fand vor allem der Sportunterricht der örtlichen Schule statt. Im Oktober 1947 wurde dann das neue VfL-Stadion eingeweiht. Im Mai 1961 bekam es eine überdachte Haupttribüne, die der Wolfsburger Architekt Hans Tiedemann entworfen hatte und die heute unter Denkmalschutz steht. Die Stadt Wolfsburg und Volkswagen teilten sich die Baukosten von 720.000 D-Mark. 

Nachdem der VfL 1997 in die erste Fußball-Bundesliga aufstieg, reichten die Plätze schon bald nicht mehr aus. Zusätzliche Tribünen wurden aufgestellt und erhöhten die Zahl der Plätze auf 21.600. Gleichzeitig wurden Rufe nach einem neuen Erst-Liga-tauglichen Stadion laut, das 2002 mit der Volkswagen Arena wahr wurde. Danach spielten noch die Frauenmannschaft und die zweite Herrenmannschaft im VfL-Stadion.

Doch auch die zogen 2014 weg – in das neue AOK Stadion im Allerpark. Seitdem wird das VfL-Stadion kaum noch genutzt. Doch das soll sich bald ändern. Der VfL möchte das alte Stadion in ein modernes Sport- und Gesundheitszentrum umbauen. Ein Konzept gibt es bereits.

 

Ostfalia

Die Ostfalia Hochschule hat in Wolfsburg die Fakultäten Fahrzeugtechnik, Gesundheitswesen und Wirtschaft und über 3.300 Studierende.

Die Geschichte der der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften reicht bis in das Jahr 1853 zurück – dem Jahr der Gründung der Wiesenbauschule Suderburg in der der Lüneburger Heide. Die Keimzelle der Ostfalia ist allerdings das 1928 gegründete Technikum Wolfenbüttel an dem damals staatlich anerkannte Abschlussprüfungen in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik angeboten wurden. Das Technikum Wolfenbüttel wurde 1968 zur Staatlichen Ingenieurakademie und 1971 zur Fachhochschule, die sich im selben Jahr mit der Höheren Fachschule Braunschweig zur Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel zusammenschloss. 1988 kam der Standort Wolfsburg mit den Fakultäten Wirtschaft, Gesundheitswesen und Fahrzeugtechnik hinzu. 1993 folgte die Karl-Scharfenberg-Fakultät für Verkehr, Sport, Tourismus und Medien in Salzgitter. Und 2009 schloss sich schließlich der Campus Suderberg der Leuphana Universität Lüneburg, der seinen Ursprung in der Wiesenbauschule von 1853 hat, der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel an. Im selben Jahr nannte sich die Hochschule in Ostfalia um, in Anlehnung an den alten Begriff Ostfalen, einer Region des alten Sachsenlandes zwischen Weser, Lüneburger Heide, Elbe und Harz.

Auf dem Wolfsburger Campus am Robert-Koch-Platz befinden sich Hörsaal- und Seminargebäude, das Studierenden-Servicebüro, das Rechenzentrum und eine Cafeteria.  Die Gebäude wurden 1998 nach 16 Monaten Bauzeit übergeben und haben rund 24 Millionen D-Mark gekostet. Die Fakultäten für Fahrzeugtechnik und Wirtschaft sind in dem ehemaligen Gebäude der Betriebskrankenkasse untergebracht.

 

Robert-Koch-Platz mit Steinplastik „Rückblick“ 

Wo heute die Plastik „Rückblick“ an die Vergangenheit erinnert, stand in der Anfangszeit der Stadt eine große Holzhalle für Versammlungen mit bis zu 5000 Menschen.

Im Jahr 1988 schenkte das Volkswagenwerk der Stadt zum 50-jährigen Jubiläum die Steinplastik „Rückblick" von dem Künstler Wolfgang Itter. Die Plastik stellt das markante geteilte Rückfenster – auch Brezelfenster genannt – des ersten VW Käfers dar und soll den Rückblick auf 50 Jahre gemeinsame Geschichte symbolisieren. Gleichzeitig sollte das geteilte Fenster die Wolfsburger an das damals noch geteilte Deutschland erinnern, das in der grenznahen Stadt oft besonders intensiv spürbar war.

50 Jahre zuvor, 1938, hieß Wolfsburg noch die „Stadt des KdF-Wagens“ (KdF steht für Kraft durch Freude) und bestand fast ausschließlich aus Barackenlagern für die Arbeiter des Volkswagenwerks. Im Zentrum des größten Lagers, hier auf dem heutigen Robert-Koch-Platz, stand eine große Holzhalle, die nach dem italienischen Faschisten und Arbeiterführer Tullio Cianetti benannt war. Darin fanden kulturelle Veranstaltungen, Sport- und Freizeitaktivitäten statt, wie auch Agitations- und Parteiveranstaltungen der NSDAP. Die Tullio-Cianetti-Halle bot Platz für bis zu 5.000 Menschen und wurde am 7. Mai 1945 – einen Tag vor Kriegsende – durch einen Großbrand zerstört.

 

Delphin-Palast 

Der Delphin-Palast war das erste Kino der Stadt und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Am 3. September 1953 eröffnete das erste Kino der Stadt Wolfsburg – der Delphin-Palast, was mit der Welturaufführung des Films „Fanfaren der Ehe“ in drei Festvorstellungen gefeiert wurde. Weil Wolfsburg schnell immer größer wurde, sollte das Kino mitwachsen. Dafür trennte man den Rang des Kinos mit einer Zwischendecke vom Parkett und schuf so einen zweiten Kinosaal.

Mit dem Umbau der Porschestraße zur Fußgängerzone, hat man den Haupteingang in den Maximilian-Kolbe-Weg verlegt. 1994 wurde der Delphin-Palast in einem neuen Gebäude und jetzt mir drei Kinosälen und insgesamt 760 Plätzen wiedereröffnet. 2003 hat die Cinemaxx AG das Kino übernommen und im Jahr 2007 wieder geschlossen, weil es nicht profitabel war. Im Jahr 2008 übernahm der Wolfsburger Ralf-Dieter Christians das den Delphin-Palast, der dort schon als Platzanweiser und Filmvorführer gearbeitet hatte, und machte es wieder zu einem festen Bestandteil des Wolfsburger Kulturangebots.

 

City-Galerie Wolfsburg

Die City-Galerie Wolfsburg ist ein Einkaufszentrum mit einhundert Geschäften auf drei Etagen mit Galerien und Lichthöfen unter großen Glaskuppeln.

Die Geschäfte der City-Galerie bieten auf über 20.000 Quadratmetern ein großes Sortiment aus Mode, Sport, Lebensmitteln, Geschenkartikeln, Kosmetik, Büchern und Unterhaltungselektronik – umgeben von Restaurants, Cafés und einer Schlemmerzone.

Am 6. September 2001 eröffneten Oberbürgermeister Rolf Schnellecke und ECE-Centermanager Jürgen Schmelcher nach zwei Jahren Bauzeit die City-Galerie Wolfsburg. Anlass für den Bau war ein Gutachten von 1996, das der Stadt einen zunehmenden Kaufkraftverlust bescheinigte. Daraufhin entwarf der Hamburger Investor ECE ein die spätere City-Galerie als architektonisches Erlebnis, deren Geschäfte das bisherige Angebot in Wolfsburg ergänzen und dabei vor allem die regionale Wirtschaft stärken sollte. Im September 1997 stimmte der Stadtrat dem 230-Millionen-Mark-Projekt zu. Zwei Jahre später war Grundsteinlegung. Zum zehnjährigen Bestehen 2011 verlängerten 60 Geschäfte der ersten Stunde ihre Mietverträge um weitere zehn Jahre. Der Kaufkraftverlust war schnell gestoppt.

 

Alvar-Aalto-Kulturhaus

Das Kulturhaus wurde von dem finnischen Architekten, Stadtplaner und Möbeldesigner Alvar Aalto entworfen. Es gilt als sein bedeutendstes Werk in Deutschland.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Stadt Wolfsburg – 1958 – bat der Stadtrat Alvar Aalto um einen Entwurf für das geplante Kulturzentrum. Der Ruhm Aaltos sollte die architektonische Bedeutung des Gebäudes noch hervorheben. Aalto sagte sofort zu und entwarf nicht nur das Gebäude des neuen Kulturzentrums, in dem die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und das Jugendzentrum entstehen sollten, sondern auch Möbel, Lampen und andere Einrichtungsgegenstände. Die Eröffnung am 31. August 1962 wurde zu einem großen Ereignis zu dem auch etliche Prominente kamen.

Mit seiner fächerartigen Nordfassade, hinter der sich die Hörsäle und darunter der Haupteingang befinden, grenzt das Kulturzentrum an den Rathausplatz und bildet so den Abschluss des Stadtzentrum gen Süden. Drei Natursteinarten geben der Fassade ihre farbige Wirkung: Weißer Carraramarmor, grauer griechischer Marmor und schwarzer schwedischer Marmor. Bei günstigem Licht erscheint die Fassade wie von einem metallischem Schimmer überzogen.

Kernstück des Kulturzentrums bildet die Stadtbibliothek, die in ihrer Gliederung fast einer Barockbibliothek gleicht. Beim Hinaufsteigen der Treppen in die obere Etage, fallen die breite Fensterfront und der Innenhof mit Sitzgelegenheiten sofort ins Auge. Was das Gebäude auszeichnet ist die Sorgfalt der Detaillierung sowie das Spiel mit Naturmaterialien. Dies verdeutlicht die mögliche Einheit von Architektur und Design. 

Zu Ehren des 100. Geburtstags von Aalto nannte die Stadt das Kulturzentrum 1998 in Alvar-Aalto-Kulturhaus um. Es gilt als das bedeutendste Bauwerk Aaltos in Deutschland und steht unter Denkmalschutz.

 

BadeLand Wolfsburg

Das BadeLand ist ein modernes Erlebnisbad mit vielen Attraktionen, das jährlich fast 800.000 Besucher anlockt. 

Der Vorgängerbau des BadeLandes, das „Badeland“, wurde 1977 eröffnet. Das Wellenbad mit beheiztem Außenbecken, Massagebecken, Planschbecken, Sauna und Solarium war auch damals schon eine Attraktion weit über Wolfsburg hinaus. Mit 350.000 Besuchern im Jahr war das Badeland allerdings schon bald zu klein. Nach zehnjähriger Planung sollte im Januar 1999 der Umbau beginnen. Kurz zuvor entzündete sich jedoch ein defekter Saunaofen und führte zu einem Großbrand bei dem das Badeland komplett zerstört wurde.

Im Dezember 1999 begannen die Bauarbeiten für ein neues Erlebnisbad an gleicher Stelle. Im Januar 2002 war das neue BadeLand fertig. Das 63-Millionen-DM-Projekt zählt heute zu den modernsten und größten Freizeitbädern in Deutschland.

Auf insgesamt 22.000 Quadratmetern Fläche, von denen mehr als 3.000 Quadratmeter Wasserfläche sind, gibt es ein 50-Meter-Wettkampfbecken mit zehn Bahnen, ein Wellenbecken mit 520 Quadratmetern Fläche, ein Mediterranbecken mit Strömungskanal, Massagedüsen und Unterwasserliegen, Luft-Boden-Sprudler sowie Schwall- und Nackenduschen, Nichtschwimmer und Babybecken und ein 36 Grad warmes Sprudelbecken. Für Action sorgen eine 110 Meter lange Röhrenrutsche und eine 130 Meter lange Reifenrutsche.

Die Saunalandschaft des BadeLands hat eine Größe von 2400 Quadratmetern und wurde vom  Deutschen Sauna-Bund mit fünf Sternen ausgezeichnet. Zu den zwölf verschiedenen Saunen im Innen- und Außenbereich gehören eine Erdkaminsauna und eine Panoramasauna mit einem wunderschönen Blick über den Allersee.

 

Bahnhof Vorsfelde

Der Bahnhof Vorsfelde war die Keimzelle der Industrialisierung Vorsfeldes und spielte später eine wichtige Rolle im deutsch-deutschen Grenzverkehr.

Als 1871 die ersten Züge über die Strecke Berlin-Lehrte rollten, war das der Beginn der Industrialisierung des kleinen Fleckens Vorsfelde. Denn die rund einen Kilometer nördlich gelegene Gemeinde bekam einen Haltepunkt und 1873 auch einen Bahnhof, um den sich schnell Fabriken ansiedelten, etwa für Kartoffelflocken oder Konserven. Auch eine Brauerei und eine Molkerei entstanden. Aus dem Industriegebiet wurde die heutige Vorsfelder Südstadt.

Bis 1945 rollte der Zugverkehr ununterbrochen über die strategisch wichtige Strecke zwischen Berlin und dem Westen Deutschlands. Im Jahre 1938 etwa fuhren täglich 117 Personen- und Schnellzüge und an die 75 Güterzüge über diese Strecke. 

Ab 1945 wurde Vorsfelde durch die deutsche Teilung zum Grenzbahnhof. Jetzt mussten alle Güterzüge halten und verzollt werden. So wurde Vorsfelde zu einer Drehscheibe im Warenverkehr zwischen West und Ost und erlangte internationale Bedeutung im Transitverkehr zwischen Westberlin und der Bundesrepublik, bis die Deutsche Bundesbahn 1978 den Personenverkehr von und nach Vorsfelde eingestellte. 

Dagegen protestierte der Heimatverein Vorsfelde zuerst energisch und rief dann den „Eber-Express“ ins Leben, der ab Vorsfelde Fahrgästen Sonderfahrten in nostalgischen Zügen durch deutsche Lande anbot . 1991 schloss die Bundesbahn den Bahnhof Vorsfelde dann auch für den Güterverkehr. Ein Jahr später stellte der Heimatverein auch den Eber-Express ein. 

Das Bahnhofsgebäude ist heute in Privatbesitz und durch eine Lärmschutzwand von der Bahnstrecke getrennt.

 

Garley-Krug

Das Haus gehört zu den ältesten in Fallersleben. Es war Bierschenke und Pferdewechselstation zwischen Braunschweig und Gardelegen.

Im Jahr 1603 taucht das Fachwerkhaus in der Bahnhofstraße 23 zur ersten Mal im Ratsbuch der Stadt auf. Es gehörte einem Hans Rischebode, der es wohl auch gebaut hat. Sein Sohn, Hans Rischebode junior, erhielt im Jahr 1630 vom Herzog das Recht in dem Haus Garley-Bier aus Gardelegen auszuschenken, weshalb die Leute es „Garley-Krug“ nannten. Der Garley-Krug war auch eine Pferdewechselstation für Fuhrwerke und Reiter auf der Strecke Braunschweig-Gardelegen. Davon zeugen noch heute ein benachbartes kleines Fachwerkhaus, das Kutscherhaus und ein ehemaliges Stallgebäude. Einer der Wirte des Garley-Krugs war Wilhelm Krüger, der von 1774 bis 1808 auch Bürgermeister von Fallersleben war und in seiner Amtszeit die Kampstraße befestigen ließ.

Der ehemalige Garley-Krug wurde 1999 saniert und vom Heimatverein Fallersleben mit dem Sandsteinwappen für Erhaltungs- und Verschönerungsbemühungen ausgezeichnet. Das Haus ist eines der ältesten in Fallersleben.

 

Altes Brauhaus Fallersleben

Das alte Brauhaus steht mit seinem viergeschossigen Mansardendach für den hohen Stand der Zimmermannstechnik vor 250 Jahren. Die Brauereigaststätte im Innern bietet viele Bierspezialitäten.

Schon im 16. Jahrhundert erließ die Welfenherzogin Clara von Braunschweig, Lüneburg, Gifhorn und Fallersleben eine Brauordnung und ließ in unmittelbarer Nähe zum Schloss Fallersleben, in dem sie von 1550 bis 1576 residierte, ein Brauhaus bauen.

Das heutige Brauhaus errichtete die Gemeinde Fallersleben erst 1765 an gleicher Stelle  und betrieb es mit staatlicher Konzession. Um diese Zeit erlebte das staatlich regulierte Brau- und Brennereiwesen einen enormen Aufschwung.

Der mächtige zweigeschossige Bau wurde aus Bruchstein gemauert und misst 14 mal 38 Meter. Er steht auf einem tonnengewölbten Lagerkeller und trägt ein viergeschossiges Mansardendach, in das zu Belüftung zahlreiche Dachgauben eingelassen sind. Dahinter verbergen sich vier übereinander liegende Trockenböden, oder Darreböden, auf denen der Hopfen getrocknet wurde. Die Dachkonstruktion zeigt den hohen Stand der Zimmermannstechnik im 18. Jahrhundert, wobei die Architektur durch barocke Elemente geprägt ist. Während des ersten Weltkrieges, im Jahr 1915 wurde der Braubetrieb eingestellt.

Rund zehn Jahre lang versuchte ein Fallerslebener Bürgerbegehren das teils verfallene Brauhaus zu retten. Schließlich hatten sie Erfolg und fanden 1986 mit Hartmut Gehrmann einen neuen Investor und Betreiber einer Brauereigaststätte, der bei der Renovierung auch selbst mit anpackte. 

Am 28. Juli 2007 brach in dem denkmalgeschützten Mansardendach ein Feuer aus und zerstörte den gesamten Dachstuhl. Nachdem das Dach originalgetreu wieder aufgebaut und die Löschwasserschäden beseitigt waren, gingen Brauhaus und Gaststätte im Mai 2008 wieder in Betrieb.

 

Christuskirche

Die evangelisch-lutherische Christuskirche ist der erste Kirchenneubau in Niedersachsen nach dem zweiten Weltkrieg.

In einem Wettbewerb hatte sich die Hannoversche Landeskirche 1950 für den Entwurf des Hamburger Architekten und Kirchenspezialisten Gerhard Langmaack entschieden.

Noch im gleichen Jahr schachteten Arbeiter die Baugrube aus – quasi von Hand ohne Bagger oder andere Maschinen. Im Februar 1951 kamen dann viele Wolfsburger trotz heftigen Schneetreibens zur Grundsteinlegung. Noch 1951 hat Landesbischof Hanns Lilje die neue Christus-Kirche eingeweiht.

Die Form des Neubaus ist an mittelalterliche Basiliken der Romanik angelehnt, was ihre Verkleidung mit Muschelkalkstein aus dem Elm, ein hoher bewaldeter Mittelgebirgszug südöstlich von Braunschweig, noch zusätzlich unterstreicht. Trotzdem bleibt der Bau – der lutherischen Lehre getreu – schlicht. Nur eine Christus-Plastik verziert das Kirchenportal. „Die gleichzeitig massive wie introvertierte Haltung der Architektur ist charakteristisch für die unmittelbar Nachkriegszeit. Die Kirche wollte den Menschen, die in den vergangenen Jahren Schreckliches erlebt hatten, eine bergende Form geben“, heißt es im Braun-Architekturführer. Der künstliche Hügel, auf dem die Kirche steht, unterstreicht diese Wirkung noch und hebt gleichzeitig die Bedeutung der Kirche hervor. 

Der freistehende, schlanke Glockenturm steht südlich des Hauptportals und ist nur über einen kleinen Gang mit dem Kirchenschiff verbunden. So ähnelt der Turm dem italienischer Renaissance-Kirchen, dem Campanile. 

Drei der sechs Glocken stammen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und sollten während des Krieges für die Waffenherstellung eingeschmolzen werden. Weil auch viele Wolfsburger aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stammen, freuen sie sich beim Glockengeläut der Christuskirche über Klänge aus ihrer Heimat.

 

Die Porschestraße

Die Porschestraße war früher eine vielbefahrene vierspurige Straße. Seit 1980 ist sie Fußgängerzone und das Zentrum von Wolfsburg.

Nachdem in den 50er und 60er Jahren immer mehr Fußgängerzonen in deutschen Städten entstanden, gewann die Idee einer Fußgängerzone auch in Wolfsburg immer mehr Befürworter. In den 60er Jahren setzte sich besonders Stadtbaurat Rüdiger Recknagel für eine Fußgängerzone in Wolfsburg ein. Allerdings hatte Wolfsburg lange Zeit keine richtige Stadtmitte obwohl sich in der Porschestraße um das Rathaus so etwas wie ein Stadtkern entwickelt hatte – mit Geschäften, Kinos, Kulturzentrum, Polizei, Post, Amtsgericht und anderen Behörden.

Doch die Entscheidung, die Porschestraße für den Autoverkehr zu sperren war höchstumstritten. Schließlich entschied sich der Stadtrat am 6. März 1974 mit nur einer Stimme Mehrheit für eine Fußgängerzone. 

Vier Architektengruppen entwarfen für die neue Wolfsburger Fußgängerzone einen überdachten zentralen Platz in Höhe des Kaufhofes, eine Wasserlandschaft mit Brunnen und Eislauffläche und zahlreiche Pavillons, Brunnen und Terrassen. Am 15. September 1976 stimmte der Rat fast einstimmig für die Pläne. Am 1. März 1977 machten Oberbürgermeister Rolf Nolting und Oberstadtdirektor Werner Hasselbring den ersten Spatenstich. 1980 war die neue Fußgängerzone fertig. Der Umbau hat die Stadt 15 Millionen D-Mark gekostet. Weitere 20 Millionen Mark kamen von privaten Investoren. 

Durch den Neubau der City-Galerie wurden um die Jahrtausendwende Teile der Porschestraße erneut umgebaut und auch das Straßenpflaster erneuert. Inzwischen ist die Fußgängerzone in der Porschestraße aus Wolfsburg nicht mehr wegzudenken, sie bietet Raum für Feste und Aktionen, wie Musikveranstaltungen, die Stadtgeburtstage oder den Weihnachtsmarkt.

 

Das "Imkersche Haus"

Das „Imkersche Haus“ ist das älteste Haus in Vorsfelde und durch seine reichen Verzierungen und die besondere Dachform von architektonischer Bedeutung.

Der Vorsfelder Bürgermeister und Kornhändler Hans Kriegeisen I. baute das Fachwerkhaus 1590 in der Amtsstraße 9. Fünf Jahre später starb er an der Pest. Die Familie handelte mit Getreide, das sie über die Aller verschiffte, und stellte auch mehrmals den Bürgermeister in Vorsfelde. Ende des 16. Jahrhunderts befanden sich die Kriegeisens auf ihrem wirtschaftlichen Höhepunkt und bauten das heutige Imker-Haus als Wohn- und Speichergebäude. 

Die linke traufständige, also mit der Traufe zu Straßenseite ausgerichtete, Haushälfte beherbergt den zweigeschossigen Wohnbereich. Die rechte, giebelständige Haushälfte ist dreigeschossig mit Lagerräumen in der ersten und zweiten Etage. Für das Be- und Entladen dienten einst die Ladeluken in der Fassade wie auch die Diele im Erdgeschoss, in der Fuhrwerke mit Seilwinden direkt durch Luken in der Decke mit Kornsäcken beladen wurden.

Bei den Großbränden in den Jahren 1604, 1780 und 1798 blieb das Imkerhaus unversehrt. 1880 kaufte Wilhelm Imker das Haus. Seither ist es im Besitz der Familie Imker und kam so zu dem Namen Imkerhaus oder Imkersches Haus. Seit 1939 steht es unter Denkmalschutz.

 

EisArena Wolfsburg

Aus dem beliebten Eispalast ist inzwischen die moderne Eis Arena auf Bundesliga-Niveau geworden, die neben den Profis auch Laien offen steht.

Im Jahr 1983 wurde fast gleichzeitig mit dem Planetarium der Eispalast gebaut. Obwohl es im Vorfeld Schwierigkeiten bei Planung und Bau gab, erfreute sich der Eispalast nach seiner Eröffnung im November 1983 großer Beliebtheit.

Doch nach über zwanzig Jahren musste der Eispalast 2006 dringend renoviert und an die Vorgaben der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL) angepasst werden. Dafür standen allerdings nur 8,5 Millionen Euro zur Verfügung, was die Architekten von Schulitz und Partner vor einige Herausforderungen gestellt hat. Mit 1.500 Stehplätzen, 3.000 Sitzplätzen und einigen anderen baulichen Maßnahmen entsprach die neue Eis Arena nach dem Umbau nicht nur den Vorgaben der DEL. Die Fassade erhielt eine silber-graue Blechverkleidung, die an Stahlcontainer erinnert, und der Eingangsbereich besteht nun aus einer großzügigen Treppenanlage unter einem großen Vordach ganz im Stile einer riesigen Loggia. 

Nach nur sechs Monaten eröffnete die neue Eis Arena pünktlich zur Eishockey-Bundesligasaison 2006 und schon im nächsten Jahr stiegen die „Grizzly Adams Wolfsburg“ in die erste Bundesliga, die DEL auf. 2009 wurden sie sogar Deutscher Pokalsieger.

Doch die 1800 Quadratmetern Eisfläche der Arena stehen nicht nur den Profis zu Verfügung. Neben den offiziellen Spiel- und Trainingszeiten haben auch Hobbysportler viel Gelegenheit zum Eislaufen. 

 

Feuerwehr Fallersleben

Die Feuerbekämpfung in Fallersleben hat eine lange Tradition. Heute ist die Freiwillige Feuerwehr Fallersleben eine Schwerpunktfeuerwehr in Wolfsburg.

Schon vor über dreihundert Jahren, im Jahr 1705 hatte Fallersleben eine vom Magistrat erlassene Feuerlöschordnung, die alle Bürgerinnen und Bürger verpflichtete bei Löscharbeiten zu helfen. Diese „Feuerordnung des Fleckens Fallersleben“  bestand aus elf Paragraphen und regelte genau wie sich jeder im Falle eines Brandes zu verhalten hatte. In Paragraf eins hieß es wörtlich: „Ein jeder Einwohner des Fleckens ist bis zu seinem 60. Lebensjahr bei einem hier ausbrechenden Feuer zu retten verpflichtet.“ Gesellen, Lehrlinge, Knechte und Dienstmädchen mussten sich ebenfalls an der Brandstelle einfinden. Dafür hatten ihre Herren zu sorgen. Denn für die damals üblichen Eimerketten wurden viele Helfer gebraucht. Pferdebesitzer hatten ihre Pferde sofort anzuschirren und zu den so genannten Wassertubben zu eilen, um mit diesen Gefäßen Wasser zur Brandstelle zu fahren.

1875 gründeten engagierte Bürger die erste Freiwillige Feuerwehr in Fallersleben. Neunzehn Jahre später, 1894, später bekam die Feuerwehr ihren ersten Pferdespritzenwagen, der bis heute erhalten ist. Nach und nach kam immer moderneres Gerät hinzu. Heute ist die Fallersleber Feuerwehr eine Schwerpunktfeuerwehr der Stadt Wolfsburg mit eigenem Löschzug, die der Berufsfeuerwehr oft zu Hilfe eilt.

 

Großer Schillerteich

Der Große Schillerteich ist ein Naherholungsgebiet mitten in Wolfsburg. Außerdem ist das Gewässer ein wichtiges Regenrückhaltebecken für die Stadt.

Schon 1580 stand am Nordufer des Großen Schillerteichs die Schillermühle, deren Mühlenwerk aus zwei Windmühlen und einer Wassermühle mit zwei Wasserrädern bestand. Das eine Rad trieb den Mahlgang, das andere den Schrotgang der Mühle an. 1863 entstand neben der Mühle ein Sägewerk. Von da an übernahm eine Dampfmaschine  auch den Antrieb der Schillermühle, was den Betrieb zuverlässiger machte. Das produzierte Mehl hieß „Allerkrone“ und ging an Bäckereien in der Region.

Auch der Fischzuchtbetrieb des Rittergutes Wolfsburg nutzte den Großen Schillerteich lange Zeit intensiv. In den 1930er Jahren holte Fischermeister Otto Krocke dort rund 30 Zentner Karpfen pro Jahr aus dem Wasser. Heute züchtet der Sportfischerverein Wolfsburg wieder Karpfen im Schillerteich.

In den Aufbaujahren der Stadt wurde im Großen Schillerteich Erde und Kies gefördert. Dafür wurde zeitweise auch das Wasser abgelassen. 1948 bekamen die Wolfsburger mit dem Strandbad die erste Badeanstalt, die allerdings mit dem Bau des VW-Bades drei Jahre später schon wieder an Bedeutung verlor. 

Die alte Schillermühle musst 1971 dem Schillerteichcenter weichen – einem Hochhaus mit über 160 Wohnungen.

Heute ist der Schillerteich ein Naherholungsgebiet, dessen Uferbereich gelegentlich für Veranstaltungen genutzt wird.

 

Hallenbad

Es war das erste Hallenbad Wolfsburgs und ist heute ein stilvolles Kulturzentrum mit ungewöhnlicher Kulisse.

Schon 1954 hatten die Planungen für ein Hallenbad in Wolfsburg begonnen. Doch erst im Sommer 1960 genehmigte der Stadtrat den sechs Millionen D-Mark teuren Bau. Am 30. November 1963 war es so weit: Die Stadt hatte ein modernes Hallenbad mit wettkampftauglichem Sportbecken samt Tribüne und Sprungturmanlage, Nichtschwimmerbecken, Saunabereich und Milchbar. In den ersten 30 Jahren Jahren kamen 6,5 Millionen Schwimmer und Badegäste. 

Allerdings stellte die Stadt den Betrieb des Hallenbads mit der Eröffnung des umgebauten BadeLands im Jahr 2002 ein. Viele Wolfsburger wollten das Bad jedoch erhalten und nach einem langen Entscheidungs- und Planungsprozess stand das neue Konzept für ein Kulturzentrum in dem alten Hallenbad. 2006 begannen die Bauarbeiten. Dabei wurden die vorhandenen Räumlichkeiten soweit wie möglich beibehalten und nur behutsam durch Anbauten und passende Materialien ergänzt.

Heute hat das „Hallenbad – Kultur am Schachtweg“ drei Veranstaltungsäle, die flexibel genutzt werden können, ein großes Foyer und einen Gastronomiebereich. Außerdem erhielt das Tanzende Theater Wolfsburg einen 260 m² großen Probenraum. Im Keller, wo sich die technischen Anlagen des Schwimmbades befanden, sind Ateliers, Proberäume und ein Tonstudio entstanden. 

Am 20. April 2007 wurde das neue Kulturzentrum eingeweiht. Heute finden dort  Konzerte, Lesungen, Kabarett oder Klassik im Schwimmbecken statt. Der Sauna-Club hat sich zu einem angesagten Treffpunkt der Szene entwickelt und bietet Musik und Konzerte für ein junges Publikum.

 

Hofekamphaus

Das Hofekamphaus ist eines der markantesten Gebäude in der Fallersleber Innenstadt mit einer sehr wechselvollen und für viele unbekannten Geschichte.

Der Ökonom Kuntzen aus Marienthal bei Helmstedt ließ den massiven Bau 1840/41 errichten. Schon 1836 hatte Kuntzen den Gutshof vom Königreich Hannover gepachtet und investierte kräftig. Er wollte die Domäne zu einem gewinnbringenden landwirtschaftlichen Großbetrieb machen.

Im Revolutionsjahr 1848 bewilligte Hannovers Finanzminister den Übergang der Pacht der gesamten Domäne an die Gemeinde, um den ärmeren Einwohnern Fallerslebens Arbeitsplätze als Tagelöhner zu verschaffen. Kuntzen gab die Domäne am 01. Mai 1849 an den Staat zurück und erhielt eine Entschädigung.

Im Jahr 1912 kaufte die Gemeinde Fallersleben den Gutshof – nach langen Bemühungen des Stadtrats, damals Magistrat genannt. Die Stadtverwaltung ließ die Scheune als Kaserne für den Arbeitsdienst umbauen. Die Investition belastete die Stadt und war nicht ohne Risiko. Doch nach kurzer Zeit amortisierte sich der Umbau. Denn die Arbeiter trugen Mutterboden aus dem zukünftigen Bett des Mittellandkanals ab und schütteten ihn in die Wiesen zwischen dem Weyhäuser Weg und der Tappenbecker Landstraße auf. Dafür bezahlte sowohl das Kanalbauamt als auch die Grundbesitzer, deren Flächen mit dem Mutterboden verbessert wurden. 

Nach dem zweiten Weltkrieg wohnten Flüchtlingen in den meisten Räumen des Hofekamphauses. Von 1951 bis 1965 befand sich die Mittelschule, danach ein Teil der Volksschule und die Volksbücherei in dem Gebäude. Nachdem die neuen Schulgebäude fertiggestellt waren, zogen die Volks- und Mittelschule wieder aus dem Hofekamphaus aus und die Arbeiterwohlfahrt, die Geschäftsstelle des VfB Fallersleben und andere Vereine und Institutionen zogen ein.

 

Innenstadt West (Wellekamp)

Einst als das Zentrum von Wolfsburg geplant, nahm die Stadt hier ihren Anfang. Heute ist der Wellekamp ein grünes Wohnviertel, das an die Entbehrungen der Anfänge erinnert.

Die Goethestraße war zusammen mit der Schillerstraße die erste Haupterschließungsstraße der Stadtmitte in den 40er Jahren. Sie sollte die Hauptstraße der Stadt des KdF-Wagens werden. Doch 1953 wandten sich die Stadtplaner mit dem Entstehen der Porschestraße von der Idee ab. Übrig geblieben sind noch einige kleine Ladengeschäfte.

Die Häuser im Bereich Wellekamp stammen alle aus der Zeit vor 1942. Trotz des damaligen Materialmangels sind sie von hoher Qualität. Stadtplaner Peter Koller sorgte für ausgewogene Proportionen und teilweise auch sorgfältig gestaltete Details an einzelnen Giebelfronten. 

Aus Materialmangel gibt es nur vereinzelt Balkone an den Gebäuden. Dafür fehlte zu Kriegszeiten der Stahl. Daher wich Koller auf andere Materialien und Methoden aus, um mit Balkonen dennoch Akzente setzen zu können. Sie wurden teilweise untermauert, ab und zu mit Holz umsäumt, mal bautechnisch normal angefügt oder nur durch das Zurücksetzen der Fassaden geformt.

Koller setzte außerdem auf Grün. Zwischen den Häusern gibt es sehr viel Baumbestand. Das Konzept der Gartenstadt wurde umgesetzt. Arbeiten und Wohnen sollte getrennt werden und die Wohnungen im Grünen liegen. So entstanden bis 1942 rund 3.000 Wohnungen. Nach dem Krieg wurde sehr schnell weitergebaut, so dass es im Jahr 2000 rund 60.000 Wohnungen in Wolfsburg gab. 

 

Islamisches Kulturzentrum

Das Islamische Kulturzentrum bietet Muslimen die Möglichkeit ihren Glauben auszuüben und lädt Nichtmuslime zur Begegnung ein.

In den 1970er Jahren kamen viele Muslime aus Nordafrika, vorwiegend aus Tunesien, nach Wolfsburg, um bei VW zu arbeiten. 1978 gründeten sie den „Islamischen Verein Wolfsburg“, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen und vor allem das Freitagsgebet zusammen zu sprechen. Der Verein war in verschiedenen Räumen in Wolfsburg eingemietet bis sich 2004 die Möglichkeit ergab das jetzige Grundstück am Berliner Ring von der Stadt zu pachten.

Noch 2004 begannen die Bauarbeiten an dem neuen Kulturzentrum mit Moschee, das die Architektengruppe Koller Heitmann Schütz entworfen hatte. Großzügige finanzielle Unterstützung kam von dem Emir von Schardscha, Sultan bin Mohamed al-Qasimi. Im Juni 2006 weihten Oberbürgermeister Rolf Schnellecke und al-Qasimi den Neubau ein.

Die von einer kupfernen Kuppel überdachte, würfelförmige Moschee liegt im hinteren Teil des Gebäudes, zum Hasselbachtal mit seinem parkartigem Landschaftsraum angrenzend, was eine einem Andachtsraum entsprechende Atmosphäre schafft. Die nach Mekka ausgerichteten Gebetsnische der Moschee schiebt sich deutlich sichtbar in den Grünzug hinein. Das zweigeschossige, langgestreckte Kulturzentrum orientiert sich Richtung Berliner Ring und Innenstadt. Eine stilvoll geschwungene Kupferverkleidung prägt das Obergeschoss des Gebäudes. Darin befinden sich öffentlich zugängliche Räumlichkeiten wie die Bibliothek und einen Verkaufsraum mit Café sowie die Wohnungen für den Imam und den Hausmeister.

Das Islamische Kulturzentrum möchte ein Treffpunkt sowohl für Muslime als auch für Nichtmuslime sein. Es möchte Muslimen ein religiöses Zuhause und Nichtmuslimen Antworten auf ihre Fragen rund um den Islam geben.

 

Kaufhof

Der Kaufhof in Wolfsburg hat nichts mit der gleichnamigen Kaufhauskette zu tun. Früher war der Kaufhof eine kurze Einkaufsstraße. Heute ist er eine Kneipenmeile.

Kurz nach der Währungsreform 1948 entstand in den Höfen des Wohngebiets zwischen der Schillerstraße und dem Schachtweg eine kleine Einkaufsstraße. Die Aussicht auf eine harte D-Mark beflügelte die Wirtschaft. Bis dahin befanden sich die meisten Geschäfte in hölzernen Baracken am Schachtweg, den täglich Tausende von Arbeitern auf ihrem Weg zur Fußgängerbrücke über den Kanal ins VW-Werk nahmen. 1949 öffneten rund 20 Geschäfte im Kaufhof ihre Ladentüren. Es war eine eher bescheidene Einkaufsstraße mit eingeschossigen, ebenerdigen Läden. Doch die hell erleuchteten Schaufenster waren damals in Wolfsburg eine Sensation. 

Anfang der fünfziger Jahre zogen viele der Geschäfte in die damals stark befahrene Porschestraße und Gastwirtschaften öffneten in freigewordenen Läden.

1978 erhielt der Kaufhof ein Eingangsportal zur Schillerstraße aus mehreren Bögen. Auch die Lokaleingänge wurden mit Bögen versehen.

 

Kolumbianischer Pavillon

Einst Repräsentant Kolumbiens auf der Weltausstellung steht der Pavillon jetzt am Allersee und versprüht lateinamerikanisches Flair.

Im Jahr 2005 beschloss die Stadt den Allerpark aufzuwerten und konnte dafür den Kolumbianischen Pavillon von der Expo 2000 in Hannover erstehen. Der Pavillon wurde am Nordufer des Allersees wieder aufgebaut und und lädt zum Essen und Verweilen mit direktem Blick auf den Allersee ein.

Der markante Teakholzbau gestaltet vom Architekturbüro Daniel Bonilla Arquitectos mit den aufgefächerten Baumstützen stellt den kolumbianischen Urwarld dar. 

Insgesamt 20 dieser Baumstützen tragen das 42 mal 34 Meter große Dach wie über einem Marktplatz, auf dem man sich trifft, miteinander ins Gespräch kommt, isst und trinkt. Die  Außenterrasse ist rund 1.000 Quadratmeter groß und bietet etwa 700 Plätze werden. Der ehemalige Ausstellungsraum und heutige Innenbereich der Gastronomie befindet sich nur unter einem Teil des Daches. Das Gebäude ist eine Stahlkonstruktion, die mit horizontalen Teakholzlamellen verkleidet ist. Der erste Geschäftsführer Dieter Reim und seine Lebensgefährtin Ruth Umlauf haben den Innenraum künstlerisch anspruchsvoll gestaltet. Er bietet Platz für 220 Personen.

Zwei Jahre nach dem Aufbau des Pavillons wurde das Angebot 2007 mit einer Ponton-Insel im Wasser erweitert.

 

Scharfrichterhaus

Das Scharfrichterhaus ist eines der ältesten in Vorsfelde und hatte sowohl eine Gefängniszelle als auch eine Folterkammer.

Das erste Haus an dieser Stelle zerstörte der Großbrand in der Neujahrsnacht 1604/1605. Drei Viertel von Vorfelde brannten damals ab. 1607 entstand das heutige Scharfrichterhaus als traufständiges Ackerbürgerhaus mit massivem Kellergeschoss – wegen des Grundwassers. Der Keller diente aber auch als Gefängnis für Schwerverbrecher. Außerdem befand sich in dem Haus eine gut ausgerüstete Folterkammer, die nur von außen erreichbar war und nur ein ganz kleines Fenster hatte, das zusätzlich mit einer Luke verschließbar war.

Der erste Scharfrichter, Andreas Engelke, trat allerdings erst 1682 seinen Posten an. Exekutionen fanden sowohl direkt vor der Tür statt als auch an den drei damals weithin sichtbaren Galgen in der Nähe – am oberen Tor, am Krainhop und auf dem Sandfelde westlich von Heßlingen. Doch nicht nur das Töten gehörte zum Handwerk des Scharfrichters. Der Scharfrichter heilte auch. Er richtete Arm- und Beinbrüche sowie verrenkte Glieder und kurierte seine Patienten. Der letzte Vorsfelder Scharfrichter quittierte seinen Dienst 1804. 

1842 erwarb die Familie Nacke das Haus und verkaufte die Folterwerkzeuge als Alteisen. Darunter befand sich auch ein Richtschwert, dessen breite Klinge die Inschrift trug: „Tue nichts Böses, so geschieht dir nichts Böses.“

 

Heimatstube

Die Heimatstube ist eine Ausstellung des Heimatvereins Vorsfelde, die das Leben in der Nachkriegszeit der fünfziger Jahre zeigt.

Dafür haben die Mitglieder das Heimatvereins rund 1.500 gespendete Einrichtungsgegenstände originalgetreu zusammengestellt. Sie zeigen die Lebensformen und die Lebenskultur der Region. Dargestellt sind eine Kammer für Oma und Kind, eine Küche mit E-Herd, Kohleherd und Chaiselongue, ein Schlafzimmer mit Kommode, das Wohnzimmer und der Keller. 

Alle Räume sind halboffen wie in einem Möbelhaus. Kein Wunder, befand sich in den Räumen doch einst das Möbelhaus Behrens. Hauseigentümer Joseph Klein hat sie dem Heimatverein kostenlos zu Verfügung gestellt.

Zündfunken für die Heimatstube war die Ausstellung „Wohnen 1952“, die der Heimatverein im Jahr 2002 in der Aula des Schulzentrum Eichholz zeigte. Von da an reifte die Idee für die Heimatstube. Es folgten eine lange Suche nach passenden Räumlichkeiten und die anschließenden Aufbauarbeiten. Insgesamt vergingen zehn Jahre von der ersten Ausstellung bis zur Eröffnung der Heimatstube im Mai 2012.

Öffnungszeit ist immer samstags von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr oder nach Absprache.

 

Schwefelbad Fallersleben

Durch Zufall fand ein Fallerslebener vor über hundert Jahren eine Schwefelquelle. Seitdem können Besucher in dem schwefelhaltigen Wasser baden und so ihre Gesundheit fördern.

Während einer großen Dürre im Jahr 1911 bohrten die Fallerslebener an verschiedenen Stellen nach Wasser für neue Brunnen. Auf dem Grundstück des Landwirts und Gärtnereibesitzers Koock wurden sie fündig. Aus der 27 Meter tiefen Bohrung kam ein starker Wasserstrahl mit unangenehmem Geruch. Koock ließ das Wasser untersuchen und erfuhr, dass es weder zum Trinken noch zur Bewässerung geeignet war – wohl aber hervorragend zum Baden, weil es stark schwefelhaltig war. Also baute er einige Badezellen neben sein Gewächshaus und vermarktete die Schwefelquelle.

Denn die Schwefelverbindungen wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Außerdem erweitern sie die Gefäße und stimulieren Bindegewebe. Dabei verlangsamt sich oft der Herzschlag und der Blutdruck kann sich senken.

1925 kaufte der Kaufmann Pasenau die Quelle und baute mit Unterstützung des Flecken Fallersleben ein richtiges Badehaus, das am 18. Dezember 1925 eröffnete und Kur- und Badegäste von weiter her anzog.  Nachdem der Landesfremdenverkehrsverband Niedersachsen-Weserbergland der Einrichtung am 29. Februar 1940 offiziell die Bezeichnung „Schwefelbad“ verlieh, kaufte die Stadt Fallersleben das Bad im April 1940 für 65.000 Reichsmark. Von 1952 bis 1954 investierte die Stadt erneut in das Bad, ließ es vergrößern, eine Sauna und ein neues Quellenhäuschen bauen.

Gut zwanzig Jahre später kam dann das Aus. 1976 brannte das Schwefelbad nieder. Nur Dank der Bemühungen zahlreicher Bürgerinnen und Bürger entschied sich die Stadt Wolfsburg zum Wiederaufbau mit der ursprünglichen Fassade. 

Seither wurde das Schwefelbad Fallersleben mehrfach modernisiert und erweitert, zuletzt unter der Führung des Klinikums Wolfsburg, zu dem es seit 2012 gehört.

 

St. Christophorus-Kirche

Die St. Christophorus-Kirche war die erste neu gebaute katholische Kirche Wolfsburgs nach dem Krieg. Stadtplaner Peter Koller hat sie entworfen.

Die St. Christophorus-Kirche ist die erste katholische Kirche der Stadt. Architekt Peter Koller hat die Kirche geplant. Koller, der Ende 1937 mit der Planung der „Stadt des KdF-Wagens“, dem heutigen Wolfsburg, beauftragt wurde, war nach dem Krieg der einzige katholische Architekt in Wolfsburg. Als solcher wurde er mit dem Bau der St. Christophorus-Kirche beauftragt, obwohl er sich zur Nazizeit immer als Gegner und Feind der Kirche geäußert hatte.

Am 17. September 1950 machte Heinrich Nordhoff, Generaldirektor des Volkswagenwerkes, den ersten Spatenstich, am 3. Dezember war Grundsteinlegung. Am 22. August 1951 wurde die St. Christophorus-Kirche noch vor der ersten evangelischen Kirche, der Christuskirche, eingeweiht.

Im Grundstein sind Stücke des Collosseums in Rom und des Hildesheimer Doms verbaut. Das Wahrzeichen der Kirche ist der 51 Meter hohe Glockenturm mit einem massiven Unterbau, einem offenen Glockenaufsatz in Skelettbauweise und der abschließenden Zwiebelhaube. Fünf Stahlglocken des Bochumer Vereins Gussstahlwerk sind den Heiligen Maria, Michael, Josef, Christophorus und Antonius gewidmet.

Die Südfassade aus gelblichem, grob gehauenem Velpker Sandstein wird durch die mit buntem Blech verkleideten Eingangstore und den darüber befindlichen sieben länglichen Fenstern bestimmt. In einer vergitterten Nische auf der rechten Seite findet sich der Kirchenpatron Christophorus, als halbfigurige Darstellung mit dem Christuskind auf den Schultern, wieder. 

Die im Westen angefügte, zwölfseitige Rotunde der Taufkappelle erinnert mit ihren, im oberen Drittel liegenden, kleinen Fenstern und der aufgesetzten Laterne, an frühchristliche Baptisterien, wie man sie vor allem in Italien findet.

 

St. Petrus-Kirche

Die St. Petrus-Kirche ist das älteste Gebäude in Vorsfelde. In ihrer Gruft sind viele Adelige derer von Bartensleben bestattet.

Die St. Petrus-Kirche entstand in mehreren Bauphasen. Der Kirchturm wurde wohl als Wehrkirche oder Schutzraum im 14. oder 15. Jahrhundert gebaut. Schon 1475 wurde die Petrus-Kirche Patronatskirche des Adelsgeschlechts derer von Bartensleben, das auf der Wolfsburg residierte. Mit dem Kirchenpatronat gehen Pflichten wie der Bau und die Instandhaltung von Kirche und Pfarrhaus oder die Besoldung des Pfarrers einher.

Bei dem Großbrand in der Neujahrsnacht 1604/1605 wurde die Kirche stark beschädigt. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 verhinderte dann den Wiederaufbau. 1669 erhielt die Petrus-Kirche einen neuen Chorbereich – der Raum, in dem der Altar steht. Im Jahre 1686 erhielt die Kirche eine Sakristei – ein Vorbereitungsraum für den Gottesdienst. Die Sakristei wurde später zur Gruft, in der 13 Familienmitglieder derer von Bartensleben in großen, barocken Prunksärgen ruhen.

Kunsthistorisch bedeutsam ist der in Sandstein gearbeitete Renaissance-Taufstein von 1600, den wohl der Steinmetzmeister Jürgen Röttger schuf. Er zeigt Darstellungen der Evangelisten und Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. 

In der Mitte des Hochaltars ist die barocke Kanzel angebracht, die links und rechts mit korinthischen Säulen verziert ist. An den Wänden vor dem Chorraum hängen links und rechts die Grabsteine von Günther von Bartensleben, Schlossherr auf der Wolfsburg, und seiner Frau Sophia, die auf großen Steinplatten lebensgroß abgebildet sind.

 

Ütschenpaul

Der Ütschenpaul ist ein Platz im Süden von Vorsfelde mit Gastronomie, regelmäßigen Veranstaltungen und einer interessanten Geschichte.

Der Ütschenpaul, auch Froschteich genannt, ist ein Platz in Vorsfelde – am südlichen Schnittpunkt von Amts- und Lange Straße. Hier soll es in grauer Vorzeit ein Fröscheparadies gegeben haben. Der "Pfuhl" wurde jedoch nach einem Brand im Jahre 1798 zugeschüttet. Im Jahre 1983 wurde an gleicher Stelle ein Springbrunnen mit einem Bronzefrosch enthüllt, der an die quakende Vergangenheit erinnern soll. 

Oft wird nach einer Trauung im Vorsfelder Rathaus der Frosch von den Brautleuten mit einem Blumenkranz geschmückt. Der Frosch gilt dabei als Symbol der Fruchtbarkeit, in Anlehnung an die Krötentests früherer Zeiten. Dabei wurde einem Krallenfrosch Urin oder Blutserum einer eventuell Schwangeren injiziert. Wenn ein Froschweibchen anschließend laichte oder ein Forschmännchen Sperma absonderte, galt die zu Testende als schwanger.

Auf dem Ütschenpaul finden regelmäßig Veranstaltungen, wie das Vorsfelder Weinfest oder der Weihnachtsmarkt, statt.

 

VfL FußballWelt

Die moderne Ausstellung zeigt die Welt der Profifußballer des VfL Wolfsburg, in die Besucherinnen und Besucher interaktiv eintauchen können.

Als erster deutscher Fußball-Bundesligist hat der VfL Wolfsburg im Jahr 2015 eine interaktive Welt für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien geschaffen. Darin können die Besucher in den Alltag der Profis eintauchen und erleben hautnahe völlig neue Perspektiven –  etwa im Training der Fußballstars, im Wettkampf oder auch als Sportreporter. 

Dabei erfahren sie einiges zu der bewegten und bewegenden Vereinsgeschichte des VfL seit seinen Anfängen 1945. In einer kleinen Hall of Fame können sich Besucher über den VfL informieren und seine Erfolge noch einmal in bewegten Bildern miterleben. Sie können eine Pressekonferenz erleben und als Spielerin oder Spieler sogar selbst daran teilnehmen. An vier Stationen werden Trainingssituationen simuliert. Hier können zukünftige Spielerinnen und Spieler zeigen was in ihnen steckt. Auch die Umkleidekabine, der Spielertunnel und natürlich das Spielfeld werden erlebbar und spannende Details und Geschichten dazu erzählt.

Kurzum, auf der rund 800 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche können sich Besucherinnen und Besucher wie Profispieler fühlen und Teil ihrer "VfL-Traumelf" werden. 

 

Volkswagen AG

Das Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg ist weltweit die größte Automobilfabrik unter einem Dach.

Von hier werden die Aktivitäten der verschiedenen Werke und Tochtergesellschaften in Europa, Asien und Übersee koordiniert und hier hat die Zusammenarbeit mit den eigenständigen Marken Audi, Seat und Skoda ihren Ausgangspunkt. Das Werk Wolfsburg steht auf einem 7,5 Quadratkilometer großen Areal, was in etwa der Fläche von Gibraltar entspricht. Allein 1,5 Millionen Quadratmeter sind bebaut - Monaco selbst hat nur eine Gesamtfläche in dieser Größe und ist somit genauso groß wie das Werk. Damit ist das Volkswagenwerk in Wolfsburg weltweit die größte Automobilfabrik unter einem Dach. Etwa 70.000 Menschen arbeiten hier, davon alleine 10.000 in der Forschung und Entwicklung. 

Markante Gebäude sind vor allem das Markenhochhaus und das Kraftwerk mit seinen vier Schornsteinen. Mit der Expansion des Volkswagenwerkes wurde auch ein größeres Verwaltungsgebäude benötigt. Dieses 13-stöckige Gebäude bildet den westlichen Abschluss der 1,3 Kilometer langen Fabrikfassade und beherbergt unter anderem den Markenvorstand der Kernmarke Volkswagen. Auf dem Dach befindet sich ein, nachts beleuchtetes Logo mit einem Durchmesser von acht Metern und einem Gewicht von 7,5 Tonnen. 

Das alte Heizkraftwerk mit seinen vier Schornsteinen gilt als Wahrzeichen der Stadt Wolfsburg und wurde im Jahr 1939 in Betrieb genommen. Die Schornsteine gab es damals allerdings noch nicht. Sie wurden erst zwischen 1961 und 1966 gebaut. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde das Heizkraftwerk modernisiert und im südlichen Teil stillgelegt, wo eine Veranstaltungshalle mit industriellem Charme entstand und Bands wie Kraftwerk und Rammstein oder der Musiker Sting schon Konzerte gaben.

Das Heizkraftwerk dient nicht nur der Energieerzeugung für das Volkswagenwerk, sondern versorgt auch die Stadt Wolfsburg mit Fernwärme. In der Adventszeit dienen die Schornsteine als Adventskranz und werden nacheinander illuminiert. 

 

Volkswagen Arena

Die Volkswagen Arena ist das Fußballstadion das VfL Wolfsburg. Hier werden Heim- und Länderspiele ausgetragen, Konzerte veranstaltet und Feste gefeiert.

Nach dem Aufstieg des VfL Wolfsburg in die erste Fußball-Bundesliga im Sommer 1997 wurde schnell der Ruf nach einem neuen Stadion laut. Denn das VfL-Stadion am Elsterweg genügte den Anforderungen der ersten Bundesliga nicht mehr. Im Mai 2001 begannen die Bauarbeiten. Ein Jahr später war Richtfest und am 13. Dezember 2002 die offizielle Eröffnung. 

Die Kosten für das neue Stadion lagen bei 53 Millionen Euro und wurden zur Hälfte von Volkswagen und zur anderen Hälfte der Wolfsburg AG getragen. Da die Stadt Wolfsburg und Volkswagen je 50 Prozent der Anteile an der Wolfsburg AG halten, hat die Stadt effektiv nur 25 Prozent der Kosten übernommen.

Die Volkswagen Arena bietet Platz für 30.000 Besucher. Es gibt 22.000 Sitzplätze und 8.000 Stehplätze. Zuschauern mit eingeschränktem Sehvermögen stehen insgesamt zehn Plätze mit Kopfhörern zur Verfügung, über die das Spiel kommentiert wird. 80 Plätze sind Rollstuhlfahrern vorbehalten.

Die Arena ist ein reines Fußballstadion. Es gibt also keine Leichtathletikbahnen um das Spielfeld, sodass die Zuschauer das Spiel hautnah erleben können. 

Markante Stilelemente der Volkswagen Arena sind die Glasfassade und das Dach. Das Dach über der Zuschauertribüne wirkt aus der Nähe wie eine schmale, schwebende Scheibe. Von weitem erkennt man aber die Membrankonstruktion, die sich oberhalb der Sitzreihen aufwölbt. Die Stuttgarter Tragwerksplaner „Schlaich, Bergmann und Partner“ entwarfen das Dach als Ringseildachkonstruktion. Der seilverspannte Druckring des inneren Membrandaches liegt auf der äußeren Dachkonstruktion auf und wird von dort über Zugstangen nach außen abgespannt. So bleibt der Zuschauerraum völlig frei von störenden Stützen. 

Seit Januar 2017 hat die VW-Arena eine hochmoderne LED-Flutlichtanlage mit 216 LED-Scheinwerfern. Die Vernetzung der Flutlichtanlage mit der farbigen Effektbeleuchtung inklusive Moving-Heads, den Werbebanden und der Anzeigetafel ist weltweit einmalig.  

 

CongressPark

Der CongressPark Wolfsburg ist ein Veranstaltungszentrum am Rande der südlichen Innenstadt, das aus der alten Stadthalle hervorging.

Der CongressPark ist das größte Veranstaltungshaus in Wolfsburg, mit einem großen und zwei kleineren Sälen, neun Konferenzräumen, einem zweigeschossigen Foyer, separaten Künstlergarderoben und vier Gastronomiebereichen, die von einer Großküche bedient werden.

Hervorgegangen ist der CongressPark aus der Stadthalle, die im Mai 1958 nach nur 13 Monaten Bauzeit eingeweiht wurde. Bis dahin vermissten die Wolfsburger schmerzlich einen Ort für Theateraufführungen, Konzerte oder Ausstellungen in der nur 20 Jahre alten Stadt. Doch nachdem sich der damalige Oberstadtdirektor Wolfgang Hesse und VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff auf eine Teilung der veranschlagten Baukosten von drei Millionen D-Mark geeinigt hatten, stand kurz darauf eine Veranstaltungshalle für fast 3.200 Zuschauer am Fuße des Klieversbergs in Wolfsburg. 

In den Jahren 1984 bis 1986 wurde die Stadthalle umfassend saniert. Die Decke des großen Saals entsprach nicht mehr den Brandschutzanforderungen und die Lüftungsanlage war marode. Dabei wurde der große Saal umgebaut und eine fahrbare Szenenfläche installiert, wobei die Anzahl der Sitzplätze auf 2.200 zurückging. Außerdem mussten das Lehrschwimmbecken und die Kegelbahnen im Untergeschoss dem neuen Konferenzbereich weichen. Seit 1987 heißt die Stadthalle CongressPark Wolfsburg.

1999 folgten weitere Modernisierungsarbeiten, bei denen die noch bestehende Turnhalle zum heutigen kleinen Saal umgebaut und das Foyer, das Veranstaltungsrestaurant und der Küchentrakt erneuert wurden. 

 

Burg Neuhaus

Burg Neuhaus ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen im norddeutschen Raum.

Welfenherzog Magnus der Jüngere baute Burg Neuhaus um 1370 als Wasserburg auf einem Felsmassiv. Dafür staute er an strategisch günstiger Stelle den Hehlinger Bach auf, der Burg Neuhaus dann als Burggraben umfloss. So ließ sich Burg Neuhaus gut verteidigen, was auch nötig war. Denn Magnus’ ehemalige Burg Vorsfelde hatten die Ritter von Bartensleben der benachbarten Wolfsburg erobert und besetzt, und das obwohl sie ihm durch einen Lehensvertrag verpflichtet waren. Die von Bartensleben hatten sich im sogenannten Lüneburger Erbfolgekrieg auf die Seite des Herzogs von Sachsen geschlagen, der mit Magnus im Streit um das Herzogtum Lüneburg lag. 1372 kam es zur Schlacht von Heßlingen. Die Burg Vorsfelde – auch „Altes Haus Vorsfelde“ genannt – wurde 1464 zerstört.

Nach den zerstörerischen Angriffen des Grafen Vollrath von Mansfeld im Jahre 1552 wurde die Burg zum Amtshaus des Herzogtums Braunschweig umgebaut und diente als Verwaltungsmittelpunkt. Später wurde Burg Neuhaus zur herzoglichen Domäne und für die landwirtschaftliche Nutzung verpachtet. Von 1585 bis 1890 befanden sich in dem Gebäude außerdem eine Brauerei und eine Brennerei. In der Zeit des Nationalsozialismus nutzen die Nazis die Burg als Reichssportschule. Nach dem Krieg beherbergte sie bis 1980 ein Kinderheim. 

1981 kaufte die Stadt Wolfsburg das Gebäude. Heute spielen die Kinder des Kindergartens Neuhaus in dem Gemäuer. Sportvereine nutzen die Turnhalle und Künstler haben ihre Ateliers in den Räumen. Das Städtische Museum zeigt in zwei der ältesten Räume eine Dokumentation der Geschichte der Burg sowie des Amtes Neuhaus. 

Die Wassergräben rings um die Burganlage sind inzwischen zugeschüttet. Heute zeugt nur noch der Haus- und Mühlenteich von der einstigen Wasserburg. 

 

MobileLifeCampus

Der MobileLifeCampus ist ein architektonisches Highlight und Sitz der AutoUni – einer Weiterbildungseinrichtung der Volkswagen AG.

Der Architekt Gunther Henn, der auch die Autostadt und die Gläserne Manufaktur in Dresden entworfen hat, schuf den MobileLifeCampus nach „der Leitidee eines umgreifenden, gekreuzten und scheinbar unendlichen Bandes, das stellvertretend für die interdisziplinäre Verbindung der Fachbereiche“ der Einrichtung stehen sollte. 

In das zentrale Atrium mit seinen umlaufenden Erschließungszonen ragen von Geschoss zu Geschoss an jeweils unterschiedlichen Positionen gläserne Seminarräume in den Luftraum. 

Der Gebäudekomplex erstreckt sich über eine Fläche von 15 Hektar und wurde im März 2006 fertiggestellt. Bauherr war die Wolfsburg AG, die den MobileLifeCampus im November 2006 für 50 Millionen Euro an die Volkswagen AG verkaufte.

Ursprünglich sollte die AutoUni eine reguläre Universität mit renommierten Professoren und 4.000 Studenten werden. Doch schon 2006 entschloss sich Volkswagen, die AutoUni nur als interne Weiterbildungseinrichtung zu führen. 

Im März 2019 begannen die ersten 92 Männer und acht Frauen eine Ausbildung als IT-Experten und Programmierer an der neu geschaffenen „Fakultät 73“. Die Zahl 73 ist durch die Fernsehserie „Big Bang Theory“ inspiriert. In der Serie ist sie die Lieblingszahl des verschrobenen Wissenschaftlers Sheldon Cooper.

 

Städtische Galerie

Die Städtische Galerie zeigt zeitgenössische Kunst im historischen Schloss Wolfsburg und möchte Besucher in den künstlerischen Prozess einbeziehen.

Schon in den 1950er Jahren begann die Stadt Kunstwerke aufzukaufen. Anfangs waren die Bilder nur als Wandschmuck für die Amtsstuben gedacht. Anfang der 1960er Jahre fasste der Rat der Stadt Wolfsburg den Beschluss, eine Sammlung zur Gegenwartskunst zusammenzutragen und ständig auszustellen. Den Anstoss dazu gaben die damals großen und bedeutenden Kunstausstellungen des Volkswagenwerks, die hochrangige europäische Kunst in Wolfsburg vorstellten.

Karl Heil, Volkmar Köhler und Peter Lufft schrieben 1961 das Sammlungskonzept und sprachen sich gegen eine Kollektion alter Kunst aus. Vielmehr sollte der Sammlungsbestand die Dynamik der modernen Stadt Wolfsburg aufgreifen und sich der Gegenwart mit Ihren Problemen stellen. Dem stimmte der Stadtrat zu und beschloss, dass die städtische Kunstsammlung einen „Ort permanenter geistiger Auseinandersetzung“ etablieren sollte.

Am 20. Oktober 1974 wurde Städtische Galerie im Schloss Wolfsburg feierlich eröffnet. 

Die Ausstellung erstreckte sich über zwei Etagen im Ostflügel. Der damalige Leiter der Galerie, Klaus Hoffmann, zeigte in der Eröffnungsausstellung alle bis 1974 erworbenen Kunstwerke.

1990 sanierte die Stadt den Südflügel des Schlosses und schuf so Platz für die Erweiterung der Galerie. Zum 7oo-jährigen Jubiläum von Schloss Wolfsburg im Jahr 2002 wurden zwei weitere Etagen im Westflügel denkmalgerecht restauriert, in denen heute in wechselnden Zusammenstellungen der umfangreiche Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Wolfsburg als Dauerausstellung gezeigt.

Die Galerie bietet außerdem eine Fachbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, eine Druckwerkstatt und eine Bürgerwerkstatt mit Malschule. Ein so genanntes Vermittlungsprogramm soll Jung und Alt in einem aktiven Lernprozess für Kunst begeistern.

 

Jugendhaus Ost

Das Gebäude des heutigen Jugendhaus Ost ist das älteste der Stadt und hatte eine wichtige Funktion für den Aufbau von Wolfsburg.

Das heutige Jugendhaus Ost wurde im Mai 1938, noch vor der offiziellen Stadtgründung, als „Preußisches Neumessungsamt“ errichtet. Von hier aus wurden die vermessungstechnischen Arbeiten für den Aufbau der „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“, wie Wolfsburg bis 1945 hieß, gesteuert. Das Gebäude war Teil einer Barackensiedlung, wie sie in den Anfängen der Stadt üblich waren. In den 60er-Jahren verschwanden die Baracken nach und nach aus dem Stadtbild – nur das Gebäude des ehemaligen „Neumessungsamt KdF-Wagen“ blieb stehen.

1978 zog das Jugendhaus Ost in die Räumlichkeiten ein. 1984 wurde das Haus offiziell unter Denkmalschutz gestellt. 

Heute befinden sich in dem Jugendhaus Probenräume, ein Konzertsaal, ein Café und eine Siebdruckwerkstatt. Die Jugendlichen betreuen das Haus in Eigenregie und haben vieles selbst gebaut und gestaltet. Im Außenbereich gibt es eine Lagerfeuerstelle und ein Mountainbike-Gelände. 

2006 stand das Jugendhaus kurz vor dem Abriss. Schließlich entschied sich die Stadt doch für den Erhalt und die Sanierung des ältesten Wolfsburger Gebäudes. Die Bauarbeiten sollen Ende 2019 beginnen.

 

Heilig-Geist-Kirche

Die evangelische Heilig-Geist-Kirche und das Gemeindezentrum sind Alvar Aaltos zweites Werk in Wolfsburg und werden der Internationalen Moderne zugerechnet.

Angeblich traf der junge Pastor Egon Meyer den finnischen Architekten Alvar Aalto Ende der 50er Jahre im Ratskeller und bat ihn, ihm eine Kirche zu bauen. Meyer hatte gerade die neue Gemeinde am Klieversberg übernommen, die aber noch keine Kirche hatte. Aalto war noch mit der Planung des heutigen Alvar-Aalto-Kulturzentrums beschäftigt, soll aber spontan den akustisch günstigsten Querschnitt für den Kirchenraums auf eine Serviette gezeichnet haben.

Am 12. August 1961 war Grundsteinlegung, im März 1962 wurde das Gemeindezentrum eröffnet und am 6. Juni die Heilig-Geist-Kirche eingeweiht. Der Kindergarten wurde anschließend gebaut und 1965 fertig.

Aalto gliederte das Gemeindezentrum in fünf Baukörper. Den Mittelpunkt bildet ein kleiner Platz, umgeben von der Kirche, dem Gemeindehaus, der Pfarrwohnung und dem Kindergarten – zur Straße durch den Glockenturm abgeschirmt. Der Turm im Stile eines Campanile, der auch „Himmelsleiter-Turm“ genannt wird, ist eine architektonische Besonderheit. Die offene Bauweise soll ein Symbol für die neue, offene Kirche sein. Charakteristisch für Aalto ist die typische Fächerform der Gebäude, die er auch schon beim Kulturhaus in der Innenstadt eingesetzt hat.

Östliches Sonnenlicht und eine gute Akustik geben dem Altarraum eine besondere Atmosphäre. Ungewöhnlich ist auch die Gestaltung des Taufsteins, der sich in einer Nische befindet, die durch ein Oberlicht beleuchtet wird. 

Auch in der Heilig-Geist-Kirche entwarf Aalto viele Einrichtungsgegenstände selbst, wie etwa die Kerzenleuchter oder die Kollektebox.

 

Pauluskirche

Die Pauluskirche ist ein evangelischer Kirchenneubau aus den späten 1950er Jahren. Sie ist das zweite Werk Gerhard Langmaacks in Wolfsburg.

Die Pauluskirche steht auf dem mit rund hundert Metern höchsten Punkt des Laagbergs. Der Entwurf stammt von dem Hamburger Architekten Gerhard Langmaack. Zehn Jahre nach Planung und Bau der Christuskirche hatte Langmaack mit der Pauluskirche wieder eine Kirche in Wolfsburg gebaut – diesmal zusammen mit seinem Sohn Dieter. Langmaack war tiefgläubig und einer der führenden Kirchenarchitekten Norddeutschlands. Insgesamt hat er fast 60 Kirchen gebaut.

Ein Jahr nach der Grundsteinlegung im Oktober 1959 wurde die Pauluskirche am 8. Oktober 1960 eingeweiht. Sowohl der 32 Meter hohe Turm als auch das Kirchenschiff zeigen im Grundriss zueinander eine gebogene, parabelartige Form. Die Langmaacks sahen darin einen Kelch, der seine Gemeinde umschließt. Im Volksmund wird der markante Turm auch „Finger Gottes“ genannt.

Die Altarwand im Inneren schmückt ein sieben mal fünf Meter großer Wandteppich der Künstlerin Johanna Schütz-Wolf. Der Teppich war ein Geschenk der Stadt Wolfsburg zur Einweihung und zeigt den wiederkehrenden Christus, der die Engel anweist, die Ernte einzubringen. Dasselbe Motiv ist auch im Altarfenster der Christuskirche zu sehen.

Die dominante Stellung des Altars im Kirchenraum und die architektonische Betonung des Taufortes entspricht den Vorstellungen sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche in der Nachkriegszeit. Die Pauluskirche ist damit zum Baudenkmal der 50er Jahre in Wolfsburg geworden und zugleich eines der letzten Beispiele dieser Bauepoche.

 

Stephanus-Kirche

Die Stephanus-Kirche ist Alvar Aaltos drittes Werk in Wolfsburg. Damit wendet sich der finnische Architekt wieder mehr dem Funktionalismus zu.

Nachdem die Stephanusgemeinde im Stadtteil Detmerode 1964 ihren eigenen Pfarrbezirk erhielt, brauchte sie eine eigene Kirche. Bis dahin gehörte Detmerode zur Heilig-Geist-Gemeinde. Schon die Heilig-Geist-Kirche hat Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre der finnische Architekt Alvar Aalto geplant. Aaltos Kirchenbau kam in der Gemeinde so gut an, dass auch die neu gegründete Stephanusgemeinde den finnischen Stararchitekten mit ihrem Kirchenneubau beauftragte. Schon 1962 lieferte Aalto einen Vorentwurf und erhielt 1964 endgültig den Auftrag das neue Gemeindezentrum zu bauen. 

Aalto entwarf die Stephanus-Kirche als marktbeherrschendes Gebäude für Detmerode im nüchtern-kubistischen Stil. Die Kirche sollte 250 ständige Sitzplätze haben und bei Bedarf auf 600 erweitert werden können. Für das Gemeindezentrum waren ausgedehnte Funktions- und Wohnräume vorgesehen. 

Die Bauarbeiten begannen noch 1964 mit aufwändigen Geländearbeiten und dem Aufschütten des Baugrundes um ganze vier Meter. Der erste Spatenstich für den Kirchenbau war daher erst im September 1965, Grundsteinlegung im April 1966 und Richtfest im August 1966. Kurz danach kam es zu einer heftigen Rezession, die die Bauarbeiten für Monate unterbrach. Während das Gemeindezentrum im Oktober 1967 fertig war und bezogen wurde, fand der erste Gottesdienst noch in dem Rohbau der Kirche statt, deren Bauarbeiten erst 1968 wieder aufgenommen wurden. Einweihung der Stephanus-Kirche war am 1. Advent 1968. 

Bis heute fehlen allerdings der Westflügel des Gemeindezentrums mit den Pfarrwohnungen und – weithin sichbar – die Glocken des Kirchturms und seine lamellenförmige Holzverkleidung. 

Die Kirche ist ein typischer Alvar-Aalto-Bau. Sie ist mit weißem Carrara-Marmor verkleidet und wird von klaren, senkrechten Linien dominiert, die sich selbst in den Lampen wiederfinden. Auch das Mobiliar und die Einrichtung hat Alvar Aalto selbst entworfen und geplant.

Im Gegensatz zu dem runden Dach der Heilig-Geist-Kirche, nehmen die Stephanus-Kirche und ihr Gemeindezentrum die charakteristische, rechtwinklige Architektur des Stadtteils auf. Mit ihr wendet sich Alvar Aalto in seinem Spätwerk wieder dem Funktionalismus der 1930er Jahre zu.

 

Marienkirche

Die Marienkirche ist eine evangelische Kirche im historischen Stadtteil Alt-Wolfsburg. Sie war lange Zeit Patronatskirche der Adeligen auf Schloss Wolfsburg.

Ritter Günzel von Bartensleben, Schlossherr der Wolfsburg, und seine Söhne bauten hier ursprünglich nur eine Kapelle für ihre Gesindesiedlung im Wirtschaftshof der Wolfsburg. Die Kapelle in der Wolfsburg war nämlich vor allem den Adeligen derer von Bartensleben vorbehalten. Ein Vertreter des Bischofs von Halberstadt weihte die Kapelle 1434 zur Kirche. 

1580 war die alte Kirche so baufällig, dass Hans von Bartensleben, auch Hans der Reiche genannt, die ehemalige Kapelle durch einen Neubau ersetzte. Etwa zur gleichen Zeit ließ Hans der Reiche auch den Südflügel des Schloss Wolfsburg umbauen. Die darin befindliche Kapelle musste Wohnräumen weichen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1638) war auch die neue Marienkirche schwer in Mitleidenschaft gezogen, so dass Daniel von Bartensleben sie 1672 von Grund auf im Barockstil erneuern ließ. Dabei entstand auch der massive, fünfstöckige Kirchturm aus Bruchsteinmauerwerk. Das Treppenhaus führt in einem dreiseitigen Treppenhauserker zum Glockenstuhl hoch. Unter dem Turm liegt die Kirchengruft, in der 27 Sarkophage mit den sterblichen Überresten von Familienangehörigen derer von Bartensleben und derer von der Schulenburg stehen, die hier von 1670 bis 1832 bestattet wurden. Danach wurde die Gruft verschlossen und erst bei der Renovierung 1984 wieder geöffnet.

Es war wohl der Hannoveraner Baumeister Hellner, der 1825 die klassizistische Südseite schuf und die Altarwand neu gestaltete. Im Inneren dominiert ein fünf Meter hoher Epitaph, ein Grabdenkmal aus Marmor für Gebhard von Bartensleben und seine Frau. Die Decke besteht aus einem hölzernen Tonnengewölbe.

Im Januar 2012 schlossen sich die St. Marien-Gemeinde und die St. Thomas-Gemeinde zur heutigen Nordstadt-Gemeinde Wolfsburg zusammen.

 

Schloss Fallersleben

Schloss Fallersleben gehört zusammen mit Schloss Wolfsburg und Burg Neuhaus zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Wolfsburgs und ist Sitz des Hoffmann-von-Fallersleben-Museums.

Franz von Braunschweig-Lüneburg erbaute Schloss Fallersleben auf einer noch älteren Burganlage, die während der Hildesheimer Stiftsfehde zwischen 1518 und 1523 zerstört worden war. Bis 1760 war das Schloss von einem rund zwölf Meter breiten und fünf Meter tiefen Wassergraben umgeben. Heute sind nur noch der Westflügel und das Kavaliershaus erhalten. Der ehemalige Burggraben wird durch eine Brücke von Südwesten auf den Schlossplatz angedeutet.

Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg, der im Raum Gifhorn auch die Reformation eingeführt hatte, starb 1549 mit nur 41 Jahren an einer Infektion am Fuß. Seine Gattin Klara von Lauenburg erhielt das Schloss als Witwensitz und ließ es erst 1551 fertigstellen. Damals gehörten noch zahlreiche Wirtschaftsgebäude, wie das alte Brauhaus, Ställe, Amtsstube und Gefängnis, zum Schloss.

Seit 1991 sitzt das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum in dem restaurierten Westflügel des Schlosses, außerdem können Besucher den romantischen Gewölbekeller, Graumalereien aus der Renaissancezeit und barocke Stuckdecken besichtigen. Im benachbarten Kavaliershaus sind die Studienstätte und das Archiv der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft untergebracht. Neben der deutschen Nationalhymne hat der Heinrich Hoffmann von Fallersleben auch hunderte bekannter Kinderlieder geschrieben.

 

Bronzeskulptur Herzogin Klara

Herzogin Klara von Braunschweig-Lüneburg wohnte 27 Jahre im Schloss Fallersleben und brachte dem Flecken einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Bronzeskulptur zeigt Herzogin Klara von Braunschweig-Lüneburg. Geboren am 13. Dezember 1518 in Lauenburg als Klara von Sachsen-Lauenburg, heiratete sie am 29. September 1547 Herzog Franz von Braunschweig-Lüneburg. Während ihrer kurzen Ehe war das Paar in der Bevölkerung sehr beliebt. Nach dem frühen Tod ihres Gatten am 23. November 1549 zog Klara von Schloss Gifhorn auf ins Schloss Fallersleben, das ihr als Witwensitz überlassen wurde, und ließ den Bau bis 1551 fertigstellen. 

Klara war mildtätig und in der Naturheil- und Kräuterkunde bewandert. Sie braute für Arme und Kranke ein Kräuterbier, das noch lange nach ihrem Tod verschickt wurde. Außerdem ließ sie die Kirche renovieren, wirkte an einer Münzordnung mit, ließ ein Pfarrwitwenhaus errichten und unterwies junge Frauen in der Haushaltsführung. 1575 führte die Herzogin Jahrmärkte ein und erließ eine Marktordnung. Ihre wirtschaftliche Denkweise hatte Klara bei ihrer Schwester Dorothea am königlichen Hof in Kopenhagen gelernt.

Am 27. März 1576 starb Klara von Braunschweig-Lüneburg in Barth an der Ostsee im heutigen Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie war dort zu Besuch bei der Familie ihrer Tochter Klara von Pommern und wurde im Chorraum der dortigen Marienkirche bestattet, wo ihr zu Ehren 1579 ein überlebensgroße Gedenktafel, ein so genannter Epitaph, errichtet wurde.

Die lebensgroße Bronzeskulptur des Künstlers Patric Rottenecker vor dem Schloss Fallersleben ist ein Geschenk des Kultur- und Denkmalvereins Fallersleben aus dem Jahr 2015. Sie zeigt Klara von Braunschweig-Lüneburg als junge Frau, die sie beim Tod ihres Gatten war. Die Skulptur markiert außerdem den Beginn des Radwegs „Aller-Hoheit“ zwischen Gifhorn und Wolfsburg. 

 

Kino Metropol

Das Kino Metropol Theater in Fallersleben ist fast hundert Jahre alt und immer noch in Familienhand.

Schon 1921 begann Hermann Knape in der Gaststätte „Goldener Stern“ in Fallersleben Filme vorzuführen. Doch schon bald war die Gaststätte zu klein und Knape zog mit seinen Vorführungen ins größere Hoffmannshaus, wo es auch ein Klavier samt Pianisten gab, der die damaligen Stummfilme musikalisch begleitete. So ließen sich Bilder, Szenen und Emotionen enorm verstärken.

1934 baute Hermann Knape sein erstes eigenes Kino an der Ecke Bahnhofstraße-Mühlenkamp. Doch auch dieser Kinosaal war mit seinen 290 Plätzen schon bald zu klein. Den nächsten Kinoneubau verhinderte der Zweite Weltkrieg. Erst im September 1955 eröffnete in der Bahnhofstraße 33 das neue Metropol Theater mit seinen damals 430 Plätzen. Eröffnungsfilm war „Die Deutschmeister“ mit Romy Schneider.

Als die Besucherzahlen wegen des allgegenwärtigen Fernsehens zurückgingen, wurde auch der Kinosaal wieder verkleinert – auf die heutigen 284 Plätze. 

Damit war die Bestuhlung von 1955 wieder erreicht. Auch äußerlich befindet sich das Kino im Originalzustand von 1955. So erleuchten noch immer acht „Fischer-Lampen“ mit ihren Lamellen den Kinosaal. Technisch ist das Metropol aber auf der Höhe der Zeit. 2009 war es das erste Kino in der Region, das 3D-Filme zeigen konnte.

Heute führen die Enkelinnen des Gründers Hermann Knape, die Geschwister Barbara Rücker und Susanne Knape das Metropol Kino in dritter Generation.