Altes Brauhaus

Das alte Brauhaus steht mit seinem viergeschossigen Mansardendach für den hohen Stand der Zimmermannstechnik vor 250 Jahren. Die Brauereigaststätte im Innern bietet viele Bierspezialitäten.

Schon im 16. Jahrhundert erließ die Welfenherzogin Clara von Braunschweig, Lüneburg, Gifhorn und Fallersleben eine Brauordnung und ließ in unmittelbarer Nähe zum Schloss Fallersleben, in dem sie von 1550 bis 1576 residierte, ein Brauhaus bauen.

Das heutige Brauhaus errichtete die Gemeinde Fallersleben erst 1765 an gleicher Stelle  und betrieb es mit staatlicher Konzession. Um diese Zeit erlebte das staatlich regulierte Brau- und Brennereiwesen einen enormen Aufschwung.

Der mächtige zweigeschossige Bau wurde aus Bruchstein gemauert und misst 14 mal 38 Meter. Er steht auf einem tonnengewölbten Lagerkeller und trägt ein viergeschossiges Mansardendach, in das zu Belüftung zahlreiche Dachgauben eingelassen sind. Dahinter verbergen sich vier übereinander liegende Trockenböden, oder Darreböden, auf denen der Hopfen getrocknet wurde. Die Dachkonstruktion zeigt den hohen Stand der Zimmermannstechnik im 18. Jahrhundert, wobei die Architektur durch barocke Elemente geprägt ist. Während des ersten Weltkrieges, im Jahr 1915 wurde der Braubetrieb eingestellt.

Rund zehn Jahre lang versuchte ein Fallerslebener Bürgerbegehren das teils verfallene Brauhaus zu retten. Schließlich hatten sie Erfolg und fanden 1986 mit Hartmut Gehrmann einen neuen Investor und Betreiber einer Brauereigaststätte, der bei der Renovierung auch selbst mit anpackte. 

Am 28. Juli 2007 brach in dem denkmalgeschützten Mansardendach ein Feuer aus und zerstörte den gesamten Dachstuhl. Nachdem das Dach originalgetreu wieder aufgebaut und die Löschwasserschäden beseitigt waren, gingen Brauhaus und Gaststätte im Mai 2008 wieder in Betrieb.

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