Der Bahnhof Vorsfelde war die Keimzelle der Industrialisierung Vorsfeldes und spielte später eine wichtige Rolle im deutsch-deutschen Grenzverkehr.

Als 1871 die ersten Züge über die Strecke Berlin-Lehrte rollten, war das der Beginn der Industrialisierung des kleinen Fleckens Vorsfelde. Denn die rund einen Kilometer nördlich gelegene Gemeinde bekam einen Haltepunkt und 1873 auch einen Bahnhof, um den sich schnell Fabriken ansiedelten, etwa für Kartoffelflocken oder Konserven. Auch eine Brauerei und eine Molkerei entstanden. Aus dem Industriegebiet wurde die heutige Vorsfelder Südstadt.

Bis 1945 rollte der Zugverkehr ununterbrochen über die strategisch wichtige Strecke zwischen Berlin und dem Westen Deutschlands. Im Jahre 1938 etwa fuhren täglich 117 Personen- und Schnellzüge und an die 75 Güterzüge über diese Strecke. 

Ab 1945 wurde Vorsfelde durch die deutsche Teilung zum Grenzbahnhof. Jetzt mussten alle Güterzüge halten und verzollt werden. So wurde Vorsfelde zu einer Drehscheibe im Warenverkehr zwischen West und Ost und erlangte internationale Bedeutung im Transitverkehr zwischen Westberlin und der Bundesrepublik, bis die Deutsche Bundesbahn 1978 den Personenverkehr von und nach Vorsfelde eingestellte. 

Dagegen protestierte der Heimatverein Vorsfelde zuerst energisch und rief dann den „Eber-Express“ ins Leben, der ab Vorsfelde Fahrgästen Sonderfahrten in nostalgischen Zügen durch deutsche Lande anbot . 1991 schloss die Bundesbahn den Bahnhof Vorsfelde dann auch für den Güterverkehr. Ein Jahr später stellte der Heimatverein auch den Eber-Express ein. 

Das Bahnhofsgebäude ist heute in Privatbesitz und durch eine Lärmschutzwand von der Bahnstrecke getrennt.

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