Dreigeschossiges Traufenhaus

Das Traufenhaus ist ein reich verziertes Fachwerkhaus, das mit der Traufenseite zur Straße steht. Es zeigt den ehemaligen Reichtum der Hansestadt.

Vor dem großen Stadtbrand 1659 war Stade eine vom gotischen Backsteinbau geprägte Hansestadt. Rund 700 Bürgerhäuser wurden dann von den Flammen zerstört, aber in der Folgezeit ziemlich schnell wieder aufgebaut wurden. Seitdem hat sich Stade kaum verändert. Die Häuser im Nordwesten der Stadt wurden von dem Brand weitestgehend verschont. 

Zu ihnen gehört auch das dreigeschossige Traufenhaus in der Bäckerstraße, Hausnummer eins bis drei. Das mit der Traufenseite zur Straße gewandte Renaissancehaus wurde 1590 von einem Tuchhändler erbaut und gehört zu den schönsten Fachwerkhäusern Stades. Der Tuchhandel erlebte gerade eine Blütezeit und die Gewandschneider-Gilde gehörte damals zu den einflussreichsten der Stadt.

Auf der rechten Seite sieht man noch den massiven Backsteinsockel mit Granitquadern. Die Traufen des Hauses sind mit 26 unterschiedlich geschnitzte Halbsonnen verziert, die die Fußstreben der Ständer beider Obergeschosse entlang und an der gesamten Seite des Hauses zu sehen sind. Die aufwändigen Schnitzereien zeigen den Reichtum der damaligen Tuchhändler. Die Haustür ist klassizistisch geprägt und stammt aus der Zeit um 1800.

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