Auf der Insel, einem Teil der ehemaligen Befestigungsanlage Stades, befindet sich heute eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands, in dem die Natur und Kultur des Alten Landes gezeigt wird.

Das Freilichtmuseum Insel liegt auf einem Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen Stades. Zwar waren schon seit 1180 große Teile der Altstadt durch Wall und Grabenanlagen geschützt, aber erst als die Schweden Stade 1645 eroberten und bis 1712 belagerten, bauten sie die Stadt 1692 zur Festung aus. Dabei legten sie einen Wassergraben an, in dem etliche Wallschilde lagen, die auch Ravelins genannt werden. Die Ravalins hatten die Aufgabe die Stadtmauer gegen Angriffe zu schützen. 

Der Bleicher-Ravelin, auf dem das heutige Freilichtmuseum steht, wird so genannt, weil hier vorher die Wiesen lagen, auf denen die Bewohner der Stadt einst ihre Leinenwäsche in der Sonne bleichten. 

Ab 1825 nutzten die Stader den Bleicher-Ravelin wieder für Freizeitzwecke. Sie legten einen Garten mit Obst-, Laub- und Nadelbäumen an, bauten eine Militärbadeanstalt und 1846 eine erste Gastwirtschaft auf der Insel, die anfangs nur über einen Fährkahn erreicht werden konnte. Erst 1881 erleichterte eine Schwimmbrücke die Anreise, die mit der heutigen Inselstraße verbunden wurde.

Schon 1903 entstand dann der Plan auf der Insel ein Freilichtmuseum aufzubauen. Der 1908 neu gewählte Bürgermeister Ado Jürgens kaufte die Insel 1909 schließlich von der Militärverwaltung und verpachtete sie an den Geschichts- und Heimatverein, dessen Vorsitzender er ebenfalls war. Für die Planung des neuen Freilichtmuseums zog Jürgens den Architekten Emil Högg, Direktor des Bremer Gewerbemuseum, und den Gartenarchitekten Christian Roselius hinzu. 

Das erste Museumshaus war ein Geestbauernhaus, das 1912 als Gastwirtschaft auf der Insel aufgebaut wurde. Das Haus wurde ursprünglich 1841 in Varel bei Scheeßel erbaut. 1914 kam ein Altländer Haus von 1733 aus Huttfleth dazu, das mit der gesamten Inneneinrichtung auf der Insel wieder aufgebaut wurde. Erst nach dem zweiten Weltkrieg kamen fünf weitere Bauwerke dazu, darunter eine Bockwindmühle und eine Altländer Prunkpforte von 1791.

Das Freilichtmuseum ist Teil der Museen Stade, zusammen mit dem Schwedenspeicher, dem Kunsthaus und dem Heimatmuseum.

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