Der achteckige Turm der St. Cosmae-Kirche ist eines der Wahrzeichen Stades. Die Kirchenorgel ist ein Meisterwerk, das weit über die Grenzen der Hansestadt bekannt wurde.

Eine Kirche mit dem Namen „Ss. Cosmae et Damiani“, die neben dem Rathaus stand, wurde erstmals 1132 erwähnt. Der Name stammt von syrischen Zwillingsbrüdern und Ärzten Cosmas und Damian, die als Heilige verehrt wurden, weil sie ihre Patienten unentgeltlich behandelten. Doch schon im neunten und zehnten Jahrhundert hat hier wohl eine romanische Ratskapelle der Grafschaft Stade gestanden. Der heutige Bau hat seinen Ursprung als einschiffige Saalkirche im 13. Jahrhundert. Schon bald wurde die Kirche mit zwei Kreuzarmen und einem langgestreckten Altarraum erweitert. Wo sich die Abschnitte des Kirchensaals treffen, der so genannten Vierung, wurde später noch ein achteckiger Vierungsturm aufgesetzt, der mit seiner Höhe von 62,45 Meter eines der Wahrzeichen Stades ist.

Bei dem verheerenden Stadtbrand 1659 wurde die Inneneinrichtung der St. Cosmae-Kirche fast völlig zerstört. Der Hamburger Bildhauer Christian Precht hat von 1674 bis 1677 den Hauptaltar geschaffen. Als Glanzstück der Kirche gilt aber ihre Barockorgel. Der Glückstädter Orgelbauer Berendt Huß hat 1668 mit dem Bau begonnen. Vollendet wurde die Orgel 1675 von seinem hochbegabten Gesellen und Vetter Arp Schnitger, der schon bald einer der berühmtesten Orgelbauer des Nordens wurde.

Schon seit 1529 – nur zwölf Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg – ist St. Cosmae evangelisch-lutherisch. Zu diesem Zeitpunkt wurde der lutherische Geistliche Johannes Hollmann erster Prediger, auch Rector genannt, an St. Cosmae.

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