Kirche St. Wilhadi

Die Wilhadikirche hat nicht nur den „Schiefen Turm von Stade“. In ihr ertönen auch die Klänge einer prachtvollen und bedeutenden Barockorgel aus der Zeit von Johann Sebastian Bach.

Schon im 11. Jahrhundert befand sich an der Stelle der heutigen St. Wilhadi Kirche ein Vorgängerbau, den der Bischof von Bremen bauen ließ, um eine geistliche Mitte für seine Siedlung zu schaffen. Zu dieser Zeit bestand Stade aus fünf teilweise konkurrierenden Stadtteilen.

Wie die Cosmaekirche wird auch die Vorgängerkirche von St. Wilhadi erstmals 1132 in den Stiftungsurkunden des Klosters St. Georg erwähnt.

Die baulichen Anfänge der heutigen Wilhadikirche entstanden Ende des 13. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde der fast quadratische Turm auf einem massiven Granitsockel erbaut. Man nannte die Kirche nach dem Heiligen Willehad, einem angelsächsischen Missionar und Bischof. Trotz seines mächtigen Fundaments und seiner drei Meter dicken Mauern, steht der Kirchenturm heute schief. Er neigt sich über seine südwestliche Ecke, was ihm den Beinamen „Der schiefe Turm von Stade“ eingebracht hat. Der 45 Meter hohe Turm der Wilhadikirche ist zusammen mit dem der Cosmaekirche ein prägender Teil der Silhouette von Stade.

Im 14. Jahrhundert wurde St. Wilhadi zu einer dreischiffigen Hallenkirche ausgebaut. Beim großen Stadtbrand von 1659 stand sie leider als eines der ersten Gebäude in Flammen. Dabei zerstörte das Feuer die Dächer und die komplette Inneneinrichtung. Bei dem zehnjährigen Wiederaufbau krönte Ratszimmermeister Andreas Henne den Turm mit einer barocken Spitze. Wenige Jahre später wurde das Gemäuer während der dänischen Belagerung 1712 stark beschädigt. Nach dem erneuten Wiederaufbau schlug kurze Zeit später ein Blitz in den Turm ein, der durch das folgende Feuer in den Innenraum stürzte. Anschließend wurde der Turm um ein Stockwerk abgetragen und bekam ein schlichtes kupfergedecktes Pyramidendach.

Schon 1322 hatte St. Wilhadi ein Kirchenorgel. Eine zweite Orgel wurde 1659 vom Feuer zerstört. Ab 1673 bauten Berendt Huß und Arp Schnittger auch für St. Wilhadi eine neue Orgel nachdem sie die der Cosmaekirche fertiggestellt hatten. Doch diese Orgel fiel 1724 dem Blitzeinschlag zum Opfer. Von 1731 bis 1736 baute dann der bekannte Orgelbauer Erasmus Bielefeldt eine prachtvolle Barockorgel für St. Wilhadi, die heute zu den wichtigsten deutschen Orgel aus der Zeit von Johann Sebastian Bach gehört.

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