Das Leineschloss war Regierungssitz des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg und Residenz des Königs von Hannover. Heute tagt hier der Niedersächsische Landtag.

Wo heute das Leineschloss steht hat vor über 700 Jahren ein Minoritenkloster gestanden, das wohl schon 1288 gegründet wurde. Doch 1636 machte Herzog Georg von Calenburg Hannover zu seinem Regierungssitz ließ auf dem Klostergelände ein Schloss bauen. Für den Neubau wurden sämtliche Klostergebäude bis auf die Kirche abgerissen, die anschließend zur Schlosskirche geweiht wurde. Die Bauarbeiten an dem Fachwerkbau dauerten von 1637 bis 42, der wegen der wirtschaftlich prekären Lage im Dreißigjährigen Krieg bescheiden ausfiel. Größere Umbauten fanden 1667 bis 77 unter Herzog Johann Friedrich und 1680 bis 93 unter Herzog Ernst August statt. Ernst August ließ in dem Zusammenhang 37 benachbarte Häuser abreißen, um eine sogenannte „Schlossfreiheit“ zu gewinnen. Die ehemaligen Bewohner siedelten in die Neue Straße um. Ernst August war es auch, der als östlichen Abschluss des Hofes das Große Schlosstheater erreichten ließ.

Nach der Verlegung des Regierungssitzes nach London, durch die Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover, wurde das Leineschloss ab 1714 nur noch selten genutzt. Gut hundert Jahre später, 1816, beginnt der Hofarchitekt Georg Ludwig Friedrich Laves mit den Planungen für eine künftige Königsresidenz. Nachdem sein Vorschlag für einen Neubau verworfen wurde, begann Laves 1817 mit dem klassizistischen Umbau des Leinschlosses. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1844 hin. 

 Am 26 Juli 1943 wurde das Schloss von rund einhundert Brandbomben getroffen und bis auf den Kammerflügel zerstört. 1957 erhält der Architekt Dieter Oesterlen den Auftrag das Leineschloss innerhalb der alten Außenmauern neu aufzubauen. An die Stelle des früheren Schlosstheaters setzte er den Plenarsaal des Niedersächsischen Landtags, der dort seit 1962 seinen Sitz hat. 2010 beschloss eine Mehrheit der Abgeordneten einen kompletten Neubau des Plenarsaals, der allerdings 2011 aus Kostengründen verworfen wurde. Stattdessen wurde das alte Gebäude von 2014 bis 17 für knapp 60 Millionen Euro renoviert und modernisiert.

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