Die Marktkirche ist die älteste der drei Pfarrkirchen in Hannover und eines der Wahrzeichen der Stadt.

Schon vor dem Bau der heutigen Marktkirche hat an gleicher Stelle eine romanische Kirche gestanden. Sie wurde wahrscheinlich zwischen 1124 und 1141 erbaut und 1238 zum ersten Mal als St. Georgii erwähnt. Der Baubeginn der zweiten Marktkirche muss nach 1319 gewesen sein. 1341 und 47 werden die ersten Altare erwähnt und 1342 wird die in Bau befindliche Kirche als „ecclesia sanctorum Jacobi et Georgii“ bezeichnet. Offenbar wollte man für den gewaltigen Bau lieber noch einen zweiten Schutzpatron haben, obwohl der Heilige Georg der Legende nach ein mutiger Drachentöter war. Beide Schutzpatrone sind als Skulpturen oben links und rechts am Eingangsportal abgebildet.

1366 waren allerdings die vom Rat bewilligten Mittel verbaut und die Bauarbeiten wurden erstmal eingestellt. Weil bereits seit 1360 ein provisorisches Dach Wind und Wetter abhielt, konnte die Kirche aber bereits benutzt werden. Erst 1388 wurde endlich das Dach fertiggestellt, 1390 die Turmuhr als Schlaguhr eingebaut. Heute ist die Uhr funkgesteuert.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Marktkirche durch Brand- und Sprengbomben erheblich beschädigt. Die Außenmauern, die Pfeiler und große Teile des Dachstuhls blieben aber zum Glück erhalten. Der einflussreiche Architekt Dieter Oesterlen übernahm von 1947 bis 52 den Wiederaufbau der Marktkirche. Oesterlen stellte die mittelalterliche Schlichtheit des Gemäuers wieder, indem er Einbauten, Putz- und Malereireste entfernen ließ. So können die verschiedenen Farbtöne des roten Backsteins ihre ganz eigene Wirkung entfalten.

Das elfstimmige Glockengeläut der Marktkirche ist nach dem des Hildesheimer Doms und des Braunschweiger Doms das drittgrößte Niedersachsens. Die größte der elf Glocken, die Christus- und Friedensglocke, ist mit fast zweieinhalb Metern Durchmesser und einem Gewicht von über zehn Tonnen die größte Kirchenglocke Niedersachsens. Sie erklingt allerdings nur an Festtagen und zu besonderen Anlässen. Neben den Kirchenglocken hängen in der Turmlaterne noch drei Uhrschlagglocken. Der fast hundert Meter hohe Turm wurde bis 1907 auch als städtische Feuerwache genutzt. 

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts diente die Marktkirche auch als Grabstätte für bedeutende und einflussreiche Hannoveraner. Unter anderen ist hier General Hans Michael von Obentraut bestattet, der als der „deutsche Michel“ bekannt wurde, weil er 1625 bei Seelze von Tillys Truppen überrascht wurde und in Eile ohne Helm und mit nur einem Stiefel in die Schlacht zog.

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