Der Maschsee ist ein künstlicher See südlich des Stadtgebiets von Hannover. Der See dient der Wasserregulierung von Leine und Ihme, und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es Überlegungen, im Flusstal der Leine nahe Hannover einen See anzulegen. Denn das Schmelzwasser aus dem nahegelegenen Harz ließ die Leine im Frühjahr immer wieder über die Ufer treten und flutete dann nicht nur die Leinemasch, sondern setzte einige Male auch das Stadtgebiet unter Wasser. Fror die überschwemmte Leinemasch im Winter zu, erfreuten sich die Hannoveraner der Eisfläche und nutzen sie als Naherholungsgebiet.

1926 legte Otto Franzius, Wasserbauingenieur und Professor der Technischen Hochschule Hannover, das Konzept für den heutigen Maschsee vor. Danach liegt der Maschsee höher als der Grundwasserspiegel und wird über ein Pumpwerk mit gereinigtem Wasser aus der Leine gespeist, was eine Verschlammung des Sees durch Schwebstoffe verhindert. 1932 folgte der Beschluss den See mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung anzulegen. Doch erst als die Nazis 1934 das Anlegen des Maschsees für Propagandazwecke einsetzten, begannen die Bauarbeiten. Um möglichst viele Arbeitslose zu beschäftigen – zwischenzeitlich waren es bis zu 1.650, wurden Maschinen nur dort eingesetzt, wo es unumgänglich war.

Von November 1935 bis Ende Januar 1936 liefen anschließend die Pumpen der so genannten Maschseequelle und pumpten rund 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Leine in den Maschsee.

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